Auch die Renditen für Anleihen Portugals und Spaniens steigen. Grund sind die Befürchtungen, die Krise in der Eurozone könnte sich ausweiten.
Die Lage an den Anleihemärkten der haushaltspolitisch angeschlagenen Euro-Länder hat sich am Donnerstag weiter zugespitzt. Die Renditen für Staatsanleihen - ein Maß für den Risikoaufschlag, den Investoren für Kredite an die jeweiligen Länder verlangen - legten in Griechenland, Portugal und Spanien weiter zu. Sowohl in den kurzen Laufzeiten als auch im längerfristigen Bereich gingen Nachfrage und Kurse der Papiere spürbar zurück.
Als Grund nannten Händler die Furcht vor einem Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere europäische Länder. Zudem wurden Sorgen laut, wonach der rigorose Sparkurs Athens angesichts des großen Widerstands in der Bevölkerung scheitern könnte. Inzwischen wird spekuliert, dass die EZB erneut gegen ihre Richtlinien verstößt und griechische Staatsanleihen kauft.
Die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Titel stieg in Griechenland am Vormittag auf rund 10,27 Prozent, nachdem sie vor wenigen Tagen noch auf 8,5 Prozent gesunken war. In Portugal lag die Rendite bei knapp 5,8 Prozent und lag damit in der Nähe jüngster Höchststände. Spanische Anleihen rentierten mit rund 4,2 Prozent, ebenfalls ein merklich höheres Niveau als noch vor wenigen Tagen. Im zweijährigen Laufzeitbereich stiegen Athener Staatstitel auf rund 14,9 Prozent. Nach der europäischen Einigung auf ein Rettungspaket für Athen hatte sich die Lage hingegen noch merklich entspannt. Die Rendite für zweijährige Papiere hatte sich entsprechend auf etwa zehn Prozent verringert.
Im Gegenzug profitieren nach wie vor deutsche Staatsanleihen von der Schuldenkrise - ein Ausdruck des großen Zutrauens der Investoren in die Kreditwürdigkeit Deutschlands. So rentiert die zehnjährige Bundesanleihe derzeit bei 2,8 Prozent und damit so tief wie lange nicht mehr. Für zweijährige Titel des deutschen Staats erhalten Investoren derzeit einen Zins von lediglich 0,6 Prozent.
Auch Kreditderivate teurer
Auch am Markt für Kreditderivate (CDS) ist das Risiko eines Ausfalls von griechischen Staatsanleihen am Donnerstag erneut höher eingeschätzt worden. Laut Datenanbieter CMA Datavision verteuerten sich die fünfjährigen CDS zum Schutz vor einem Ausfall griechischer Papiere auf 873 Basispunkte von 844 Basispunkten am Vorabend. Die Absicherung von griechischen Staatsanleihen im Volumen von 10 Millionen Euro kostete folglich 873.000 Euro. CMA zufolge preist der Markt eine 50-prozentige Ausfallwahrscheinlichkeit ein.
Auch die Preise für CDS auf portugiesische und spanische Anleihen stiegen. Sie erreichten CMA zufolge 457 beziehungsweise 254 Basispunkte.
(APA)