EZB hält Leitzins im Euro-Raum bei einem Prozent

ECB President Trichet looks on at the start of an eurozone finance ministers meeting in Brussels
ECB President Trichet looks on at the start of an eurozone finance ministers meeting in Brussels(c) REUTERS (Francois Lenoir)
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Der Leitzins liegt nun schon seit Mai 2009 bei einem Prozent. Die EZB könnte nun erstmals selbst griechische Anleihen kaufen, was ihrer bisherigen Vorgangsweise widerspricht.

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt wie erwartet auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Das beschloss die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer auswärtigen Ratssitzung am Donnerstag in Lissabon, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. In der Pressekonferenz von EZB-Chef Jean-Claude Trichet ab 14.30 Uhr werden auch Aussagen zur Griechenland-Schuldenproblematik erwartet.

Wegen der Schuldenkrise in Griechenland sowie anderen südeuropäischen Länder und weil an der Inflationsfront Ruhe herrscht, rechnen Volkswirte in diesem Jahr nicht mehr mit einer Zinserhöhung.

"Lex Griechenland"

Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag wird sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach Einschätzung von Beobachtern kritische Fragen zur Sonderbehandlung Griechenlands gefallen lassen müssen. Entgegen früherer Aussagen von Trichet hatte die Notenbank am Montag eine "Lex Griechenland" verkündet: Ab sofort akzeptiert sie griechische Staatspapiere als Pfand für frisches Zentralbankgeld selbst dann, wenn Ratingagenturen diese als Ramsch einstufen. Bei einem Ausfall der Papiere müssten letztlich die Steuerzahler die Verluste tragen.

Mit dieser beispiellosen Maßnahme wollen Europas Währungshüter verhindern, dass sich griechische Geschäftsbanken nicht mehr über die EZB refinanzieren können, sollten Ratingagenturen die Noten noch weiter senken. Ökonomen hatten dies als Einknicken der Notenbank interpretiert. Zweifel an der Unabhängigkeit der EZB wurden laut.

(APA)

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