Ibiza-Affäre: Detektiv demnächst Zeuge bei Gerichtstermin

19 05 2019 IBIZA Villa Ferienhaus Finca Oesterreichs Vizekanzler Heinz Christian STRACH
Luftaufnahme der Villa auf Ibiza, in der das Video aufgenommen wurdeimago images / Reichwein

Jener Detektiv, der bei dem Ibiza-Video eine Rolle gespielt haben soll, ist Ende Juni bei Gericht in Krems Zeuge in einem angeblichen Industriespionagefall.

Jener Detektiv, der in der Ibiza-Affäre die angebliche Oligarchen-Nichte zum Treffen mit den inzwischen zurückgetretenen FPÖ-Politikern Heinz Christian Strache und Johann Gudenus begleitet haben soll, könnte spätestens in einigen Wochen öffentlich auftauchen. Er ist Zeuge in einem Prozess, der Ende Juni in Krems startet.

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Hintergrund der Causa ist ein vermeintlicher Industriespionagefall. Angeklagt ist ein Sicherheitsberater, der jüngst in mehreren Interviews erklärte, dass es sich bei dem Detektiv um seinen ehemaligen Geschäftspartner handle, den er selbst im Bereich der Spionage ausgebildet habe - ohne diese Angaben freilich beweisen zu können.

Sicherheitsberater zeigte sich selber an

Der Fall spielt im Umfeld des Bahnbaumaschinen-Herstellers Plasser & Theurer (PT). Der in Deutschland tätige Sicherheitsberater hatte 2016 Selbstanzeige erstattet und darin den Vorwurf erhoben, dass ein österreichischer Konkurrent ausspioniert worden sei. Die Staatsanwaltschaft Krems nahm daraufhin Ermittlungen gegen 13 Beschuldigte auf - darunter auch zwei Chefs des Traditionsunternehmens.

Mittlerweile wurden die Ermittlungen gegen die PT-Chefs und neun weitere Personen eingestellt, ein Fall wurde diversionell erledigt. Vor Gericht verantworten muss sich allerdings ab 26. Juni der Sicherheitsberater selber. Ihm werden von der Staatsanwaltschaft Krems Verleumdung sowie diverse Vermögensdelikte zur Last gelegt.

PT betonte in einer Stellungnahme am Freitag, dass der Sicherheitsberater niemals für das Unternehmen gearbeitet habe. Auch habe man "niemals jemanden mit illegalen Leistungen beauftragt". Daher habe die Staatsanwaltschaft Krems das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Detektiv als Verleumdungsopfer

Auch wenn von dem großen Fall relativ wenig übriggeblieben ist, dürfte sich der bevorstehende Prozess regen Medieninteresses erfreuen - und das liegt an der Zeugenliste. Denn wie der "Kurier" berichtet hatte und das Gericht bestätigte, ist der angeblich auf dem Ibiza-Video zu sehende Detektiv als Zeuge geladen. Er ist in diesem Fall als Verleumdungsopfer geführt. An welchem Tag er genau erscheinen soll, stand zunächst noch nicht fest. Als Termine für die Hauptverhandlung waren vorerst der 26., 27. und der 28. Juni fixiert.

Der Wiener Detektiv, der im Video den Begleiter der vermeintlichen russischen Oligarchin gemimt und die Operation federführend geplant und durchgeführt haben soll, hatte sich am Donnerstag über eine Anwältin zu Wort gemeldet. Ihrem Mandaten sei in dieser Sache nichts vorzuwerfen, erklärte diese. Er habe weder angeboten, Straftaten zu begehen noch öffentliche Ämter zu missbrauchen, noch Wahlergebnisse zu fälschen.

(APA)