Palm: „Der Mensch ist ein Fehler der Natur“

Kurt Palm in einem seiner natürlichen Biotope, dem „Espresso“ in der Burggasse in Wien-Neubau.
Kurt Palm in einem seiner natürlichen Biotope, dem „Espresso“ in der Burggasse in Wien-Neubau. (c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Der Regisseur und Schriftsteller Kurt Palm analysiert gern die österreichische Seele. Auch wenn er anschließend deprimiert ist. Mit „Monster“ hat er gerade eine brandaktuelle Politsatire vorgelegt. Allerdings hält er die Realität für viel schlimmer als alles, was sich ein Literat einfallen lassen könnte. Ein Gespräch über Stadt, Land, See, Mensch und Tier.

Was ist Ihnen bei der Veröffentlichung des Ibiza-Videos durch den Kopf gegangen?

Kurt Palm: Das Video ist harmlos im Vergleich zur Realpolitik, die diese Personen gemacht haben. Diese Typen hatten halt nicht so grindige Klamotten an wie die in dem Video, sondern Krawatten und Nadelstreif. Ich war im Monatsabstand fassungslos angesichts der hasserfüllten Gesetze. Aber Schadenfreude ist kein gutes Fundament, weder in der Politik noch in Beziehungen. Leider wird sich durch den Austausch der Personen substanziell wenig bis gar nichts ändern. Die Dämme von Anstand und Moral sind längst gebrochen, eine Woge von Rechtspopulismus und Fremdenhass hat sich über das Land ergossen. Und derjenige, der jetzt Feuerwehr spielt, hat das Ganze angezündet.

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