Selbst vor dem Setzen darf man die Haltestange nicht loslassen

In öffentlichen Verkehrsmitteln (im Bild ein Bus der Wiener Linien) muss jeder Fahrgast auf sich selbst aufpassen.
In öffentlichen Verkehrsmitteln (im Bild ein Bus der Wiener Linien) muss jeder Fahrgast auf sich selbst aufpassen.(c) FABRY Clemens

Eine ältere Frau verletzte sich in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Sie hatte die Haltestange auf der Platzsuche nur locker gehalten, als der Bus bremste. Dem Fahrer könne man keinen Vorwurf machen, urteilte der Oberste Gerichtshof. Die Verkehrsbetriebe müssen nicht zahlen.

Wien. „Jeder Fahrgast hat sich im Fahrzeug dauernd festen Halt zu verschaffen. Schäden, die durch Außerachtlassen dieser Vorsichtsmaßnahme eintreten, hat der Fahrgast zu tragen." So steht es in einer Verordnung des Verkehrsministeriums. Und diese Regel ist streng auszulegen, wie nun der Oberste Gerichtshof (OGH) entschied. Leidtragende ist eine ältere Frau, die die Haltestange nur locker angefasst hatte, weil sie gerade auf einen Sitzplatz zuging.