Fed-Chef Powell mahnt zu Vorsicht.
Atlanta/Washington. Der Chef der US-amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell, mahnt angesichts der Rekordstände bei der Verschuldung von Unternehmen zu Aufmerksamkeit. Die Situation sei zwar nicht mit den Bedingungen am US-Hypothekenmarkt vergleichbar, die zur Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 geführt hätten, sagte Powell am Montag. Zudem stehe das Wachstum bei Unternehmenskrediten in Einklang mit dem Wachstum der Wirtschaft, und das Finanzsystem könne heute besser mit Verlusten umgehen.
Powell verwies jedoch auf einen Mangel an Transparenz bei der Verschuldung von Unternehmen und auf steigende Risken, wenn das Wachstum nachlassen sollte. „Die Verschuldung der Firmen hat ein Niveau erreicht, das Unternehmen und Investoren einen Grund zur Pause und zum Nachdenken geben sollte.
Pause bei Zinserhöhung
Die US-Währungshüter haben nach einem richtigen Zinsfeuerwerk von neun Erhöhungen binnen dreier Jahre vorerst eine Pause eingelegt und den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent belassen.
Als Grund führen sie die unsicheren Konjunkturaussichten an, die auch vom US-Handelsstreit mit China getrübt werden. Es sei aber verfrüht, über die Auswirkungen des Handelsstreits auf die Geldpolitik zu urteilen, sagte Powell. (APA/est)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.05.2019)