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Sexueller Missbrauch: Bischof Mixa unter Verdacht

Altbischof Walter Mixa
Altbischof Walter Mixa(c) APN (Focke Strangmann)
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Die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen gegen den ehemaligen Augsburger Bischof aufgenommen. Mixa weist die Missbrauchsvorwürfe zurück. Angeblich nimmt der Vatikan Mixas Rücktritt an

Der Rummel um den ehemaligen Augsburger Bischof Walter Mixa kommt nicht zur Ruhe: Nach Vorwürfen von Gewalt gegen Heimkinder und finanztechnischen Unklarheiten hat die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen wegen des Verdachts, einen Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben, eingeleitet, berichtet die "Augsburger Allgemeine".

Medienberichten zufolge nimmt Papst Benedikt XVI. den von Bischof Mixa angebotenen Rücktritt an. Dies werde der Vatikan am Samstag bekanntgeben, wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf römische Kirchenkreise berichtet. Ausdrücklich bestritten werde allerdings ein Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegen Mixa, schreibt das Blatt. Auch das "heute-journal" des ZDF erfuhr aus Kirchenkreisen, dass eine Annahme des Rücktrittsgesuchs bevorstehe.

Nach Informationen der "Augsburger Allgemeinen" soll es sich um einen Missbrauchsfall aus Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt 1996 bis 2005 handeln. Nähere Details wollen die Ermittler nicht nennen. Eine Sprecherin des bayerischen Justizministeriums bestätigte nur, "dass es Vorermittlungen gibt", ohne sich zum Inhalt zu äußern. Offenbar hat die katholische Kirche die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Mixa will Fall restlos aufklären

Mixa weist die Vorwürfe zurück. "Mein Mandant weist die jetzt gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück und wird nach Kräften mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt zusammenarbeiten, um den Fall restlos aufzuklären", wird Gerhard Decker, Anwalt des Bischofs, von der "Augsburger Allgemeinen" zitiert. Weiter erklärte Decker, er bemühe sich derzeit um Akteneinsicht.

Laienvertreter betonen Unschuldsvermutung

Führende Laienvertreter der betroffenen Diözesen Augsburg und Eichstätt warnten indes vor einer Vorverurteilung Mixas. "Ich bin schockiert", sagte der Augsburger Diözesanratsvorsitzende Helmut Mangold über die Vorermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs. "Ich hoffe, dass der Staatsanwalt Schuld oder Unschuld zügig feststellt." Bisher gebe es aber nur den Anschein eines Verdachts. Die stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrates in Eichstätt, Marlies Müller, sagte: "Ich kann es mir nicht vorstellen, wo etwas gewesen sein soll."

(Ag./Red.)