ÖH-Wahl: AG gewinnt - aber linke Mehrheit ist gestärkt

Die Verkündung des Endergebnisses in der Zentrale der ÖH-Bundesvertretung
Die Verkündung des Endergebnisses in der Zentrale der ÖH-BundesvertretungAPA/HANS PUNZ

Nachlese Die ÖVP-nahen Studenten verteidigen Platz eins. Die grünen Studierenden überholen die roten. Die Wahlbeteiligung steigt.

Die rund 338.000 Studierenden haben ihre Vertretung gewählt - und es scheint sich wieder eine linke Koalition abzuzeichnen: Die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft gewinnt zwar die Hochschülerschaftswahl neuerlich (26,9 Prozent, das ist ein Plus von 0,5 Prozent). Dennoch scheint das für einen Wechsel an der Spitze nicht auszureichen.

Das liegt vor allem an den Zugewinnen der grün-alternativen Studierenden: Sie landen überraschend auf Platz zwei - mit 22,68 Prozent, das ist ein Plus von 7,06 Prozentpunkten. Ganz knapp dahinter kommen die roten Studierenden des VSStÖ: Sie machen 22,44 Prozent, das ist ebenfalls ein leichtes Plus (1,89 Prozentpunkte).

FLÖ sind großer Verlierer

Größter Verlierer bei der diesjährigen Hochschülerschaftswahl sind die Fachschaftslisten (FLÖ), die von 14,1 Prozent vor zwei Jahren auf 9,76 Prozent abgestürzt sind. Die pinken Junos haben leicht verloren und landen bei 10,25 Prozent (2017: 12,6 Prozent).

Der RFS verliert einen Prozentpunkt und landet bei 1,99 Prozent, der KSV-LiLi verliert einen halben Prozentpunkt und macht 2,5 Prozent, der KSV-KJÖ stagniert bei 2,07 Prozent. Die Spaßfraktion No Ma'am fliegt aus der ÖH-Bundesvertretung.

Linke Koalition geht sich aus

Mit diesem Ergebnis geht sich neuerlich eine linke Koalition aus. In den vergangenen Jahren haben sich stets der VSStÖ, die Gras und die Fachschaftlisten zusammengefunden. Danach sieht es auch jetzt wieder aus - obwohl die AG Platz eins verteidigt hat.

„Es wird schwierig“, sagt AG-Spitzenkandidat Dominik Ramusch - zumal die Gras gestärkt und die unabhängigen Fachschaftslisten deutlich geschwächt wurden. Das spreche für eine Neuauflage der linken Koalition. „Wir freuen uns, dass die linke Mehrheit hält“, sagt dagegen VSStÖ-Spitzenkandidatin Dora Jandl zur „Presse“.

In Mandaten sieht das Ergebnis so aus: Die AG hat 15 Sitze im Studierendenparlament, Gras und VSStÖ je 13, die Junos haben sechs und die FLÖ fünf Mandate. RFS, KSV-LiLi und KSV halten jeweils ihr Mandat, die Spaßfraktion No Ma'am fällt aus der Bundesvertretung.

Freude über Wahlbeteiligung

Eines dürfte alle Hochschulvertreter freuen: Die Wahlbeteiligung ist nicht wie befürchtet auf einen neuerlichen Tiefpunkt gesunken. Sie lag diesmal bei 25,81 Prozent. Das ist ein Plus von rund 1,3 Prozent gegenüber dem letzten Urnengang 2017. Damals hatte nicht einmal jeder vierte Student seine Stimme abgegeben.

DiePresse.com hat live aus der Wahlzentrale in der Taubstummengasse berichtet. Zur Nachlese.