Wählen die Studierenden wieder eine linke Mehrheit?

Stimmabgabe bei der diesjährigen ÖH-Wahl
Stimmabgabe bei der diesjährigen ÖH-WahClemens Fabry

Rund 338.000 Studierende sind zur ÖH-Wahl aufgerufen. Gewonnen hat in der jüngeren Vergangenheit stets die ÖVP-nahe AG. An der Spitze der Hochschülerschaft steht derzeit aber eine linke Koalition.

Im Schatten der geschlagenen EU-Wahl sowie des Misstrauensvotums gegen die Regierung im Nationalrat finden derzeit die dreitägigen Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) statt. Die Wahllokale, in denen die rund 338.000 Studierenden ihre Stimme abgeben können,  haben noch bis maximal heute Nachmittag offen.

Die große Unbekannte wird auch heuer wieder die Wahlbeteiligung: Beim letzten Urnengang vor zwei Jahren sackte sie mit 24,5 Prozent auf ein Rekordtief. Zur heurigen Halbzeit, also am Dienstagnachmittag, lag sie bei rund 17 Prozent. Das entspricht in etwa dem Wert von 2017. Positiv stimmte die Hochschulvertreter allerdings die große Zahl an beantragen Wahlkarten. Heuer dürften dreimal so viele bestellt worden sein - was allerdings auch am ungewöhnlichen Termin liegen könnte: Erstmals findet die ÖH-Wahl in einer Feiertagswoche statt. 

AusgangslageGregor Käfer

Die Stimme können die Studierenden gleich drei Mal abgeben - nämlich für ihre Studienvertretung, für ihre Hochschulvertretung sowie für die Bundesvertretung, das österreichweite Studierendenparlament. Auf dieses werden die Blicke besonders gerichtet sein. In der Bundesvertretung gibt es 55 Mandate zu vergeben. Derzeit steht der Hochschülerschaft ein linkes Vorsitzteam vor. Die Koalition besteht aus dem Verband Sozialistischer StudentInnen (zwölf Mandate), den Grünen und Alternativen StudentInnen (neun Mandate) und den unabhängigen Fachschaftslisten (acht).

„Die Presse“ berichtet am Abend im Live-Ticker

Diese linke Vormacht will die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft beenden. Die AG hat schon in den vergangenen Jahren die Wahl stets gewonnen (15 Mandate), schlussendlich aber keine Koalitionspartner gefunden. Neben VSStÖ, Gras, FLÖ und AG treten auch einige kleinere Fraktionen an. Die größte Fraktion unter den Kleinen sind die pinken Junos (derzeit sieben Mandate). Der Ring freiheitlicher Studenten (RFS), die Spaßfraktion No Ma'am sowie die beiden kommunistischen Studierendenverbände KSV bzw. KSV-Linke Liste haben jeweils ein Mandat.

Wahlberechtigt sind übrigens Studenten an allen Hochschultypen - an den öffentlichen und privaten Universitäten, an den Fachhochschulen sowie an den Pädagogischen Hochschulen. Die ersten Ergebnisse werden am Mittwochabend eintrudeln. Das Endergebnis wird in der Nacht erwartet. „Die Presse“ wird den Wahlabend mit einem Ticker begleiten.

Hier noch ein Überblick: Die Spitzenkandidaten im Interview

Ein Rückblick auf die Elefantenrunde mit allen kandidierenden Fraktionen:

>>> Die Hochschülerschaft diskutiert - über Schnitzel, Bier und sexy Gremienarbeit

 

(j.n.)