Drei Österreicher nehmen an umstrittenem Bilderberg-Treffen teil

Medienmanager Gerhard Zeiler und der Chef des deutschen Springer-Verlags Mathias Döpfner nehmen an der Bilderberg-Konferenz teil.APA/ROLAND SCHLAGER

Auch heuer trifft sich die Wirtschafts- und Politelite aus Europa und den USA wieder zu Beratungen hinter verschlossenen Türen. Diesmal soll es auch um die Zukunft Europas gehen.

Etwa 130 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt kommen ab Donnerstag zur umstrittenen Bilderberg-Konferenz in der Schweiz zusammen. An dem viertägigen Treffen in Montreux nehmen nach Angaben der Veranstalter Teilnehmer aus 23 Staaten Europas und Nordamerikas teil. Auf der Tagesordnung stehen Gespräche zu elf Themen, darunter die Zukunft Europas und der Klimawandel.

Zwei Drittel der 120 bis 150 Gäste des schon etwas mythenumrankten Zusammenkommens rekrutieren sich für gewöhnlich aus dem politisch-wirtschaftlichen Establishment Europas, ein Drittel aus den USA. Auch dieses Jahr sind bekannte Gesichter vertreten. Etwa die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), der niederländische Regierungschef Mark Rutte, sein estnischer Kollege Jüri Ratas, die Chefin der deutschen CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und der spanische Oppositionsführer Pablo Casado.

Aus den USA kündigten US-Präsidentenberater Jared Kushner und der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger ihren Besuch an. Zudem werden die Chefs des französischen Ölriesen Total, des deutschen Medienkonzerns Springer und der Bank Credit Suisse erwartet.

Rendi-Wagner nahm im Vorjahr teil

Weitere prominente Namen auf der Teilnehmerliste sind Ex-EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche, der frühere CIA-Chef David Petraeus, der ehemalige italienische Regierungschef Matteo Renzi und der niederländische König Willem-Alexander.

Auf der Teilnehmerliste finden sich auch drei Österreicher, der Medienmanager Gerhard Zeiler, der frühere SPÖ-Minister und Generaldirektor der Kontrollbank Rudolf Scholten und die Rektorin der Wiener Wirtschaftsuniversität, Edeltraud Hanappi-Egger. Im Vorjahr hatte, wenige Monate vor ihrer Kür zur SPÖ-Chefin, Ex-Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner an dem Treffen teilgenommen.

Auch Ex-Präsident Heinz Fischer, Ex-Kanzler Franz Vranitzky und Alfred Gusenbauer waren dem Ruf der „Bilderberger“ in der Vergangenheit gefolgt, ebenso wie die Ex-Minister Hannes Androsch oder Martin Bartenstein, Erste-Bank-Chef Andreas Treichl und Raiffeisen-Bank-Chef Walter Rothensteiner.

Verschwörungstheorien rund um Bilderberg-Gruppe

Die Bilderberg-Konferenz tagte erstmals 1954 im Hotel "De Bilderberg" im holländischen Oosterbeek. Sie wurden mit dem Ziel gegründet, den Dialog zwischen Europa und Nordamerika zu fördern. Benannt sind die Treffen nach dem ersten Tagungsort, einem Hotel im niederländischen Oosterbeek. Dort versammelte der niederländische Prinz Bernhard im Jahr 1954 erstmals Politiker und Unternehmer, um vor dem Hintergrund des Kalten Krieges Spaltungstendenzen in der westlichen Hemisphäre entgegenzuwirken.

Seitdem trifft sich die Gruppe jedes Jahr in einem anderen Land. Die Zusammensetzung der Teilnehmer ändert sich ständig. Der Gipfel endet stets ohne eine Abschlusserklärung, es gibt keine schriftlichen Beschlüsse. Kritiker bezichtigen die Bilderberg-Gruppe seit langem, bei ihren Konferenzen wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen ohne demokratische Legitimation und öffentliche Kontrolle zu treffen. Laut Verschwörungstheorien sollen die „Bilderberger“ die Schaffung der EU, die Ölkrise, die Wiedervereinigung Deutschlands oder die Irak-Invasion initiiert haben.