Österreichischer Film „Joy“ sorgt auf Netflix für Furore

Mariam Sanusi und Anwulika Alphonsus in "Joy"(c) Filmladen

Netflix hat den Sexarbeiter-Film „Joy“ gekauft. In internationalen und sozialen Medien wird der Film empfohlen – darunter im „Guardian“ und der „New York Times“.

Das Thema klingt nicht gerade massentauglich: „Joy“ von Sudabeh Mortezai skizziert das perfide System nigerianischer Prostitution in Europa. Der nüchterne und schonungslose Sexarbeiterinnen-Film in semidokumentarischem Stil wurde vielfach ausgezeichnet, in Venedig, Chicago und London. Nun ist „Joy“ international (nicht in Österreich) auf Netflix zu sehen und sorgt dort für Furore. Der britische „Guardian“, die „New York Times“, die „Los Angeles Times“, der Branchenblog „The Film Stage“, die Entertainment-Website „Refinery29”, das südafrikanische Magazin „The Citizen“ und diverse deutsche Filmwebseiten: Sie alle empfehlen „Joy“.

Der „Guardian“ findet „Joy“ so nervenaufreibend wie einen Thriller und lobt die Hauptdarstellerin Anwulika Alphonsus. Ebenso wie die „Los Angeles Times“, die Mortezais unsentimentalen und nicht wertenden Blick auf die Thematik preist. Die „New York Times“ ist der Meinung, dass der Film „dicht und schonungslos“ ist – und das Gegenteil dessen, was der Filmtitel zu versprechen scheint, nämlich Freude. „The Citizen“ nennt „Joy“ ein Juwel, das im Gegensatz zu diversen Hollywood-Produktionen Menschenhandel aus der Sicht der Betroffenen zeigt.

Auch auf Twitter wird der Film thematisiert, dort wird er allerdings oft für eine nigerianische Produktion gehalten. Viele User empfehlen „Joy“, auch wenn sie ihn traurig finden. „Er wirkt so real, man vergisst, dass man einen Film sieht“, schreibt etwa die nigerianische Journalistin und Unternehmerin @GbemiOO auf Twitter.

In Österreich bei Open-Air-Vorführungen

In Österreich wird „Joy" im Rahmen der Open-Air-Vorführungen Volxkino am 12. Juli, bei Kino wie Noch nie am 23. und 24. Juli sowie bei Kino am Dach am 14. August zu sehen sein (alle in Wien).

>> Bericht im „Guardian“

>> Bericht in der „New York Times“

>> Bericht in der „Los Angeles Times

>> Bericht in „The Citizen“

(Red.)