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Tian'anmen – als das Schweigen begann

Auch einfache Bürger schlossen sich den Protesten im Frühjahr 1989 an, protestierten gegen Inflation und Korruption.(c) Helmut Opletal

Am 4. Juni 1989 walzten Panzer die Demokratieproteste im Herzen Pekings nieder. Die blutige Unterdrückung der Bewegung bohrte sich ins Gedächtnis der Betroffenen, die Partei aber will die Erinnerung löschen. „Die Presse“ hat mit Augenzeugen gesprochen.

Tränen stehen ihr in den Augen. „30 Jahre scheinen so weit entfernt“, sagt Li Yan [Name von der Redaktion geändert, Anm.]. Für sie sind die Ereignisse noch immer präsent. Der 4. Juni 1989 hat ihr Leben verändert – wie das so vieler Chinesen, die damals für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit ihr Leben aufs Spiel setzten. Ihre richtige Identität will Li nicht preisgeben. Aus Angst vor Repressionen durch die chinesische Führung.