Im Tretboot oder Kanu über den Stausee

Blick vom Ufer des Ottensteiner Stausees auf die Ruine Lichtenfels.
Blick vom Ufer des Ottensteiner Stausees auf die Ruine Lichtenfels.Clemens Fabry / Die Presse

Malerisch, verwunschen – und ein Ziel für Wassersportler: der Stausee Ottenstein im Waldviertel.

Steht man hier am Ufer und blickt auf den See, wirkt er viel kleiner, als er eigentlich ist: Denn die Arme des Stausees Ottenstein im Waldviertel sind so weit verzweigt, dass man seine tatsächliche Größe nicht erahnt, weil man an vielen Stellen immer nur einen kleinen Teil des Sees im Blick hat.

Trotz vieler Wassersportmöglichkeiten und zweier großer Campingplätze wirkt der Stausee – zumindest ehe die Badesaison so richtig losgeht – an vielen Stellen irgendwie verwunschen, geheimnisvoll. Den Zugang zum Wasser muss man sich an manchen Stellen erst mit einem kleinen Marsch durch den Wald erkämpfen – und wird mit einem Blick belohnt, den man bei Waldviertel Tourismus nicht ohne Stolz (und durchaus zu Recht) mit den Fjorden im hohen Norden vergleicht.

Besonders macht den Stausee Ottenstein – übrigens der größte der drei Kampstauseen, er wurde in den 1950er-Jahren angelegt – auch die auf einer Halbinsel gelegene Ruine Lichtenfels, von der man nur einen kleinen Teil sieht: Der Wald überragt die alte, verfallene Burg (die übrigens jederzeit kostenlos besichtigt werden kann) an vielen Stellen längst.

Man kann also – etwa am Weg von und zur Burg Rappottenstein (siehe Artikel oben) – schlicht die Landschaft rund um den Stausee bewundern – oder ihn auch für sportliche Zwecke nutzen: Zahlreiche Wander- und Radwege führen am See entlang, es gibt viele Badebuchten, und wer die Weite des Sees vom Wasser aus entdecken will, borgt sich ein Tret-, Ruder- oder Elektroboot beim Seerestaurant Ottenstein aus. In der Segel- und Surfschule (www.ottensteinersee.at) kann man auch das Stand-up-Paddeln erlernen, hier werden außerdem Kajaks verliehen. Wer sehr wassersportbegeistert ist, bucht vielleicht gleich eine Kanuwanderung (www.oad-kleindienst.at).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2019)