Nicht länger mit der Kirche um den heißen Brei rennen

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Wenn das trojanische Pferd über einem hängt, gibt es meist doch noch Licht am Ende des Horizonts.

Das Leben ist kein Ponyschlecken. Das merkt man etwa an den gastronomischen Preisen, die heute verlangt werden. Gut, man darf nicht alles über eine Schere kämmen, aber nehmen wir einmal die Lebensmittelpreise. Da hat man echt das Gefühl, der dümmste Bauer hat die größten Pantoffel. Und am liebsten würde man mit dem Landwirt ein Hündchen rupfen. Aber der tut dann froh wie ein Lamm und schwört auf Mark und Bein, dass das schon seine Richtigkeit hat. „Wer wird denn gleich in die heiße Luft gehen?", fragt er dann heiligenscheinig. In diesem Fall riecht man die Flinte natürlich schon und will nicht länger mit der Kirche um den heißen Brei rennen: „Wir werden auf keinen grünen Nenner kommen!" Und da muss man halt seinen Schatten überwinden und über den inneren Schweinehund springen. „Sie wollen doch nur ihre Schnäppchen ins Trockene bringen", wirft man ihm dann vor. Er redet dann von Markt und Preisen und so – „wer zuerst kommt, fängt den Wurm!" Oh oh, das ist dann ein ganz schmaler Spagat, auf dem er unterwegs ist.

Jetzt nur nicht die Füße in den Schoß legen. „Dem sollte man die Ohren warm anziehen", denkt man und will nicht weiter Kerbholz raspeln. Wir wollen ja weiter auf dem Boden der Tatsachen schweben. Andererseits, bellende Hunde will man auch nicht wecken – und da beißt sich die Katze in den Sack. Dass der Landwirt ein Einsehen hat? Eher wird der Papst katholisch! Aber welche Lösung könnte man aus dem Effeff schütteln? Oder sollte man einfach Schwamm beiseite sagen? Immerhin hängt all das über uns wie ein trojanisches Pferd. Und irgendwie sieht man doch noch Licht am Ende des Horizonts – man will ja nicht mit dem falschen Bein im Grab stehen. Ach, denkt man dann, was der Bauer nicht kennt, lernt Hans nimmermehr. Wobei, eine Idee hätte ich schon noch: Montezumas Rache ist süß . . .

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.06.2019)