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Moto GP: „Petrux", der schnellste Carabiniere von Italien

Danilo Petrucci triumphierte beim Heim-GP, der Ducati-Fahrer siegte in Mugello.
Danilo Petrucci triumphierte beim Heim-GP, der Ducati-Fahrer siegte in Mugello.(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE

Danilo Petrucci, 28, feierte in Mugello einen umjubelten Heimsieg in der Moto GP, der Ducati-Fahrer fuhr dabei zu seinem Premierensieg. In der Toskana feierten die Massen ein PS-Volksfest − ein Blick hinter die Boxenmauer.

Sie wollen den Start und die erste Runde hier in der Box erleben? Bitte!" Die Mitarbeiterin von Dorna, dem Promotor der Moto-GP-WM, lächelt – und weist den Weg. Was in allen anderen Rennserien für Normalsterbliche ausgeschlossen ist, wird bei der Moto GP gelebt. Stars sind nahbar, die Organisatoren Ideen nicht abgeneigt – und so wurde der Start des Italien-GP in Mugello wirklich ein unfassbares Erlebnis. Zuerst in der Boxengasse, dann auf der Start-Ziel-Gerade und letztlich am Grandstand. Wenn diese 22 Motorräder Gas geben, wird es wirklich laut.

Laut war es auch schon das ganze Wochenende über an diesem idyllischen Flecken in der Toskana. Mugello, knapp eine Autostunde von Bologna entfernt, wird immer von Tifosi-Massen gestürmt. Sie wollen Ducati-Stars wie Andrea Dovizioso oder Valentino Rossi, die schillerndste Figur dieses Zirkus, anfeuern. Ob verkleidet, betrunken, mit Signalhupen oder Camping-Equipment ausgerüstet − Italiener machen ihren Heim-GP (Rossi: „Mugello ist das Monte Carlo der Moto GP, etwas Spezielles!") immer zu einem Fest.

Sie lechzen dann, wenn sie sich in gelb-blaue Nebelschwaden hüllen, nach Rekorden. Aber nicht Rossi brillierte, sondern Ducati-Star Dovizioso. Er brach den Highspeed-Rekord mit 356,7 km/h. Kein Tippfehler: 356,7 km/h.

 

Petrucci rast zum Triumph

Sehr zur Freude der italienischen Journalisten, die jede Aktion ihrer Rennfahrer schreiend mit „Ooooh" oder „Bravissimo" kommentierten, gab das Ducati-Team auch im Rennen die beste Vorstellung: Doppelführung mit Dovizioso und Danilo Petrucci, gegenseitige Überholmanöver und der Positionskampf gegen den auf Platz drei liegenden Marc Márquez prägten diesen GP. Petrucci, 28 und gelernter Polizist, raste zum Sieg. Dann gab es im Media Center kein Halten mehr. Schließlich war er mit Fieber gestartet, es war sein Premierensieg (seit 2012 in der Moto GP) – und er landete damit Ducatis zweiten Heimsieg nach 2017. „Es ist unglaublich, hier an dem besten Platz der Welt zu gewinnen, das ist fantastisch", gluckste der als „Petrux" gefeierte Pilot aus Terni. „Mugello ist der Wahnsinn."

Von 9. bis 11 August dreht die Moto GP in Spielberg ihre Runden. Im Vorjahr waren 206.746 Zuschauer am Rennwochenende dabei. Auch in der Steiermark ist immer ein Volksfest – wie in der Toskana.

 

Ergebnisse

Moto 2 (21 Runden à 5,245 km/110,145 km): 1. Alex Marquez (ESP), Kalex 39:31,262 Min.

Moto 3 (20 Runden à 5,245 km/104,900 km): 1. Tony Arbolino (ITA), Honda 39:29,874 Min.

Moto GP (23 Runden): 1. Danilo Petrucci (ITA), Ducati 2. Marquez (ESP), Honda +0,043 Sek.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.06.2019)