Geschlechterdiversität

Das Management ist immer noch männlich

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Für mehr Frauen in Führungspositionen braucht es weitere Maßnahmen abseits der Frauenquote.

Frauen haben nach wie vor selten Führungspositionen inne. In Österreich liegt ihr Anteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen bei nur 4,9 Prozent. Gesetzliche Frauenquoten nehmen in Europa zwar zu, dies führt aber zu keiner nachhaltigen Veränderung. Quoten gelten nämlich oft nur für Aufsichtsräte. In den Geschäftsleitungen der Unternehmen veränderte sich wenig.

„Die Gründe für die geringe Teilhabe von Frauen – zum Beispiel das männlich geprägte Rollenbild des Managers – verschwinden nicht durch eine Quote“, sagt Heike Mensi-Klarbach vom Institut für Gender und Diversität in Organisationen der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie hat mit zwei WU-Kollegen erforscht, wie wirksam „weiche“ Maßnahmen abseits der gesetzlichen Vorschriften sind. Mit folgendem Ergebnis:

  • Der Österreichische Corporate-Governance-Kodex empfiehlt, Geschlechterdiversität „angemessen zu berücksichtigen“. Diese vage Forumlierung hatte keinerlei Auswirkung auf den Anteil der Frauen in Aufsichtsräten.
  • Bei der öffentlichen Diskussion rund um die Einführung der Frauenquote erhöhte sich wiederum die Anzahl der Frauen – allerdings nur so lange, bis die Quote vorläufig wieder vom Tisch war.
  • Mensi-Klarbach untersuchte auch, wie freiwillige Zielgrößen für die Geschlechterdiversität in Aufsichtsräten bei Bundesunternehmen und die öffentliche Berichterstattung über deren Einhaltung wirkten. Das Ergebnis: Durch den Druck der Öffentlichkeit wurden mehr Frauen nominiert.

Fazit: Harte Quoten rufen Widerstand und Umgehungsversuche hervor und können alleine kaum zu einem Kulturwandel beitragen. „Weiche" Maßnahmen sind deshalb „eine sinnvolle Alternative". So führten konkrete Zielgrößen und transparente Kontrolle sowie die Androhung einer Quote zu einem Anstieg der Frauen. Damit „weiche“ Maßnahmen funktionieren, muss aber auch der Druck verstärkt werden. Ohne Druck funktioniert freiwillige Selbstregulierung in Österreich nicht.