Themenverfehlung in der Causa Thiem

Dominic Thiem im Einsatz bei den French Open in Paris.
Dominic Thiem im Einsatz bei den French Open in Paris.GEPA pictures
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Der Aufschrei um Dominic Thiems erzwungenen Platztausch mit Serena Williams schießt weit übers Ziel hinaus - und übergeht den wesentlichen Punkt.

Wenn ein österreichischer Tennisspieler von Whoopi Goldberg in einer US-Talkshow gerügt wird, muss etwas Besonderes passiert sein – sollte man meinen. In der Causa Dominic Thiem, der bei den French Open im Medienraum Serena Williams Platz machen musste, hat die Aufgeregtheit aber inzwischen jegliches Maß verloren.

Fakt ist, dass Thiem also einer 23-fachen Majorsiegerin weichen musste, sich darüber echauffierte und seiner Kollegin eine „schlechte Persönlichkeit“ vorwarf. Dass Williams Berichten von L'Equipe und AFP zufolge lediglich darauf bestand, die Pressekonferenz sofort abzuhalten, egal in welchem Raum, also auch im kleineren, in dem Thiem schließlich endete, geht im Geschrei um ihr „Diven-Gehabe“ geflissentlich unter. Es war aber die Entscheidung der Pariser Organisatoren und wer unbedingt will, soll darüber diskutieren, ob diese gut oder schlecht war.

Thiem betonte später, es gehe ums Prinzip und nicht darum „ob ich da drin sitze, oder ein Junior“. Serena Williams und andere Sportlerinnen werden diese Aussage begrüßen. Für sie ist es schließlich gelebter Alltag, dass sie die großen Bühnen ihren männlichen Kollegen überlassen müssen. Wo bleibt da der Aufschrei?

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