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Wizz Air: Europameister bei den Kosten

(c) APA/WIZZAIR.COM/ARPAD FOLDHAZI (ARPAD FOLDHAZI)
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Die Billig-Airline Wizz Air sieht sich mit einem Rekordgewinn für den Wiener Verdrängungswettbewerb gut gerüstet.

Wien. Das Match ist eröffnet: Fünf Billig-Airlines – Eurowings, Easyjet, Lauda/Ryanair, Level und Wizz Air – haben sich in Wien in die von Air Berlin und Niki hinterlassene Lücke gesetzt und liefern sich mit Kampfpreisen gegen den Platzhirsch AUA einen Verdrängungswettbewerb. Nicht alle werden überleben, sind alle Konkurrenten – und auch die Flughafen-Manager – überzeugt. Während die AUA nun selbst mit Billigangeboten versucht, die Konkurrenz zu vertreiben, sieht Wizz-Air-Chef József Váradi die AUA auf der Verliererseite. „Ihr Marktanteil wird sinken, das ist auch bei British Airways in London so geschehen“, sagte Váradi am Dienstag bei der Präsentation der Expansionspläne.

Wizz Air werde sicher zu den Gewinnern zählen, betonte Váradi. Den finanziellen Atem dafür hat die ungarische Billig-Airline jedenfalls: Im Geschäftsjahr 2018/19 wuchs die Passagierzahl um 17 Prozent auf 34 Millionen und der Umsatz um 20 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. Der Nettogewinn stieg um sechs Prozent auf 292,6 Mio. Euro. Was noch mehr zählt: Die europaweit niedrigsten Kosten machen die Airline zur profitabelsten. „Wir haben erstmals Ryanair geschlagen.“

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Einer ist die junge, einheitliche Flotte von derzeit 122 Airbus A320/21. Bis 2023 kommen 72 A320neo dazu. 2026 soll die Flotte 276 Maschinen umfassen. Vorrangig steuert Wizz Air kleinere Flughäfen an, wo die Gebühren niedrig sind. Wichtige Leistungen wie die Bodenabfertigung sind outgesourct, der Ticketverkauf erfolgt ausschließlich online. Außerdem wächst das Geschäft mit Zusatzleistungen – so muss man auch für einen Trolley an Bord zahlen. Und nicht zuletzt hat eine so junge Fluglinie auch keine „Altlasten“ wie etwa hohe Pensionsverpflichtungen. Gegen Schwankungen beim Ölpreis sowie dem Dollar- und Pfundkurs sichert sich die Airline zum Teil ab.

In Wien habe Wizz Air schon im ersten Jahr die Gewinnschwelle erreicht, betonte Váradi. Im Dezember wird ein sechstes Flugzeug in Wien stationiert, sechs neue Routen, darunter Alicante, Oslo und Porto, sind geplant. Auf den 38 Routen in 23 Länder soll die Passagierzahl in Wien von 1,3 auf 2,2 Millionen und 2020 auf 2,7 Millionen steigen.

Seit der Gründung 2003 seien insgesamt knapp sieben Mrd. Euro in die Airline investiert worden, davon allein in Wien 700 Mio. Euro, betonte Váradi. 2026 will Wizz Air mit 100 Millionen Passagieren einen Gewinn von einer Mrd. Euro erreichen. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2019)