Troika

Andrea Nahles ist als SPD-Chefin zurückgetreten. Und in der ÖVP geht seither die Angst um, Pamela Rendi-Wagner könnte dem Beispiel folgen.

Andrea Nahles ist als SPD-Chefin zurückgetreten. Und in der ÖVP geht seither die Angst um, Pamela Rendi-Wagner könnte dem Beispiel folgen und im Wahlkampf abhandenkommen. In der Strategieabteilung der Volkspartei werden bereits entsprechende Pläne gewälzt: Was tun, wenn Gerhard Zeiler seine Partei nun doch noch überrumpelt? Was tun, wenn Christian Kern zurückkehrt? Was tun mit Brigitte Bierlein als Kanzlerkandidatin einer progressiven Allianz?

Jedenfalls müsste man dann doch noch einen echten Wahlkampf führen, Geld dafür in die Hand nehmen und dann wieder Strafe zahlen. Sebastian Kurz müsste seinen Österreich-Urlaub canceln. Und Wolfgang Sobotka als Nationalratspräsident tatsächlich wahlkämpfen. Man mag sich das gar nicht vorstellen.

Die SPD hat ihr Problem nun jedenfalls eindrucksvoll gelöst: Sie hat eine Troika an ihrer Spitze installiert. Seit dem alten Rom ein bewährtes Mittel, um Krisen zu entkommen. Auch Napoleon probierte es einst mit einem Triumvirat – leider sind ihm die anderen beiden recht rasch wieder abhandengekommen.

Für die SPÖ wäre das natürlich auch eine Idee: Hans Peter Doskozil. Georg Dornauer. Und einen Dritten bräuchte man noch.   (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2019)