Verleumdung durch Ibiza-Video? Kern klagt Strache

Archivbild: Kern und Strache
Archivbild: Kern und StracheAPA/GEORG HOCHMUTH

Der zurückgetretene FPÖ-Chef wartete in dem Video auch mit einer Unterstellung in Richtung des einstigen SPÖ-Kanzlers auf. Dieser dürfte dagegen nun juristisch vorgehen.

Das „Ibiza-Video“, das Heinz-Christian Straches Rücktritt als Vizekanzler, Bundesminister und FPÖ-Obmann bewirkt hat, könnte für den 49-Jährigen nun weiteres Ungemach bedeuten. Wie die „Kronen Zeitung“ am Mittwoch berichtet, soll der frühere SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern eine Klagen gegen Strache eingebracht haben. Denn, so heißt es, es liege der Verdacht auf Verleumdung vor.

Der Hintergrund: Der Freiheitliche hatte in dem heimlich aufgenommenen Video behauptet, einen Informanten zu kennen, der sexuelle Handlungen Kerns mit Minderjährigen in Afrika belegen könne. Kern „lässt sich diese völlig abstruse und substanzlose Anschuldigung freilich nicht bieten“, schreibt nun die „Krone“, weshalb er am Dienstag „vor seinem berufsbedingten Abflug nach Tel Aviv Klage gegen Strache wegen Verleumdung eingebracht“ habe.

Strache zeigt "Spiegel" und "Süddeutsche" an

Damit aber nicht genug des juristischen Schlagabtausches: Laut einem Bericht des „Standard“ hat Strache nicht nur in Wien Anzeigen erstattet, sondern auch in Deutschland Strafanträge eingereicht – insbesondere hinsichtlich der Paragrafen 201 (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes), 201a (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen) sowie 185ff (Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung) gegen unbekannt, sondern auch in Wien Anzeige erstattet.

Die Strafanzeige in München richtet sich demnach gegen alle Personen, „die für Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des Videos mitwirkend verantwortlich sind“. Ein identisches Schreiben soll auch in Hamburg eingegangen sein. Denn: „Spiegel" und „Süddeutsche Zeitung", die Teile des „Ibiza-Videos" am 17. Mai veröffentlicht haben, sitzen in Hamburg beziehungsweise München.

Strache ist dabei nicht der erste, der gegen die beiden Medien vorgeht. Schon in der Vorwoche hatten mehrere Privatpersonen in der Causa Strafanzeigen gegen die Zeitungen eingereicht. Aktuell laufe „die rechtliche Prüfung in der Sache“, heißt es seitens der Münchner Staatsanwaltschaft.

>>> Bericht der „Kronen Zeitung"

>>> Bericht im „Standard“ 

(Red.)