Im Mutterland

Alles ist heil geblieben, nichts ist zu Bruch gegangen.

Zumindest wurde nichts Gegenteiliges kolportiert aus den altehrwürdigen Londoner Amts- und Regierungssitzen, dem Buckingham Palace und der Downing Street. Das Tafelsilber, das Teeservice, die Antiquitäten – alles blieb beim Besuch des US-Präsidenten intakt, dem der Ruf des Elefanten im Porzellanladen vorauseilt und dessen Partei sich nicht zufällig den Elefanten zum Wappentier gewählt hat.

Es war Schlimmes zu befürchten gewesen beim Tête-à-Tête zwischen der zierlichen Queen und dem bulligen Staatsgast und zwischen der angeschlagenen Noch-Premierministerin, Theresa May, und dem Besserwisser und selbst ernannten Brexit-Experten. „The Donald“ präsentierte sich indessen als Bewunderer der Königin. Das Faible für die Royals hat er von seiner Mutter, Mary, geerbt, einer gebürtigen Schottin. Für ihn war die Visite nichts mehr und nichts weniger als die Rückkehr in sein Mutterland.

Schade nur, dass Prinz Philip sich nicht gezeigt hat. Vielleicht hätte er sich ganz prächtig mit Trump verstanden. Womöglich war dies aber auch eine Botschaft. Was hätten wir gegeben, wenn der bald 98-jährige Chef der „Firma“ – wie sich das Königshaus intern nennt – dem Boss des Trump-Imperiums zum D-Day die Leviten gelesen hätte? Politisch höchst inkorrekt, versteht sich. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

[PHSME]