Nadal gegen Federer: Die Mutter aller Matches

FRANCE TENNIS FRENCH OPEN
Rafael Nadal und Roger Federer, hier nach dem French-Open-Finale 2007, das der Spanier gewann.EPA

Rafael Nadal (33) und Roger Federer (37) trafen vor 15 Jahren erstmals aufeinander, am Freitag kommt es im Halbfinale der French Open zum 39. Duell. „Jetzt habe ich das Match, das ich wollte“, sagt der Schweizer.

Paris. Wenn am Freitag die Halbfinals der Herrenkonkurrenz in Szene gehen, dann erlebt Paris die Neuauflage einer der größten Rivalitäten der Sportgeschichte. Rafael Nadal und Roger Federer werden einander zum bereits 39. Mal (23:15-Siege für Nadal) gegenüberstehen. Das ist zwar kein Rekord – Novak Djoković und Nadal halten bei 54 Duellen –, kein anderes Match aber elektrisiert mehr als jenes zwischen Nadal und Federer.

Die gemeinsame Geschichte der beiden Ausnahmespieler ist lang, genauso wie ihre Liste an Erfolgen. 2004, auf dem Hartplatz von Miami, hatte der damals 17-jährige Nadal mit langem Haar und ärmellosem Muskelshirt erstmals die Tenniswelt verblüfft. Federer, die Nummer eins der Rangliste, wurde beim 3:6, 3:6 vom Teenager vorgeführt, der Schweizer hatte in 70 Minuten keine einzige Breakchance vorgefunden.

In den Folgejahren entwickelte sich eine einzigartige Rivalität, die auch auf den Gegensätzen der beiden Kontrahenten basierte. Da der „Matador“ aus Mallorca, dessen Spiel sich über unbändigen Einsatz und noch nie da gewesenen Topspin definierte. Dort der „Maestro“, der jeden noch so komplizierten Schlag so unwahrscheinlich leicht aussehen ließ und dessen Bewegungen selbst in Extremsituationen grazil wirkten. Federer und Nadal trieben sich über die Jahre gegenseitig zu Höchstleistungen. Die Vorstellung, den anderen zu überflügeln, noch besser zu werden, diente stets auch als Motivation – das ist bis heute so. Keine anderen Spieler begeistern global betrachtet mehr Fans, auf Facebook hat Federer (14,87 Mio. Likes) gegenüber Nadal (14,39 Mio. Likes) knapp die Nase vorn.

 

„Das wird speziell“

Allein in Paris kam es fünfmal zum Duell zwischen Federer und Nadal. Der Spanier hat all diese Vergleiche gewonnen, viermal in vier Sätzen, einmal in drei Sätzen. Dass der Schweizer allerdings die fünf jüngsten Matches allesamt gewonnen hat, gegen seinen Dauerrivalen gar seit den Australian Open 2014 ungeschlagen ist, beunruhigt Nadal nicht. „Für mich sind die Matches auf Sand wichtiger“, sagte der 33-Jährige vor dem Showdown. Von diesen hat er gegen Federer 13 gewonnen und nur zwei (Hamburg 2007, Madrid 2009) verloren.

Der vier Jahre ältere Federer fiebert dem Spiel gegen den elffachen Paris-Champion entgegen. „Wenn du auf Sand etwas erreichen willst, dann bekommst du es irgendwann mit Rafa zu tun. Jetzt habe ich dieses Match, ich bin aufgeregt“, erklärte der Basler, der wie schon in den Runden zuvor möglichst aggressiv spielen und Netzangriffe forcieren wird. Auch Nadal blickt dem Spiel der Spiele mit Vorfreude entgegen. „Roger und ich haben die wichtigsten Momente unserer Karriere geteilt. Das wird speziell.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2019)