Kunst

Die Mythenmischerin aus New York

Wer beugt sich hier von der Wand? Maria Magdalena in Yoga-Pose? („Untitled“, 1995.)
Wer beugt sich hier von der Wand? Maria Magdalena in Yoga-Pose? („Untitled“, 1995.)Kiki Smith/Pace Gallery

Kiki Smith ist eine Urfigur der feministischen US-Kunstszene. In Wien zu selten ausgestellt, hat sie hier jetzt einen großen Auftritt – eine „Procession“ weiblicher Mythen aus der Kunstgeschichte in Bronze, Papier und Stoff.

Hätte man mich mitten in der Nacht aufgeweckt und gefragt, wen ich gern ausstellen würde – ich hätte Kiki Smith geantwortet.“ Das ist einmal eine Einleitung mit Emphase, so getätigt Mittwoch von Belvedere-Direktorin Stella Rollig. In vollem Bewusstsein, „dass man so etwas nur einmal sagen kann“. Kiki Smith also. Im großen Unteren Belvedere. Die damit der jungen bolivianischen Performance-Malerin Donna Huanca folgt, die der Laie auch nicht kannte und die voriges Jahr ebenfalls schon diese bisher so hochheiligen historischen Hallen solo bespielen durfte – als Frau, als lebende Künstlerin. Das scheint zwar in Zeiten, in denen wir denken, von Künstlerinnen-Einzelausstellungen nahezu überflutet zu werden – von der Tate Modern, der Tate Modern oder der Tate Modern etwa – gar nicht mehr so spektakulär. Ist es aber doch.