Lokalkritik

Testessen im Seven North: Tina Turner und die Finger im Karfiol

(c) Seven North

Eyal Shanis aktueller Streich: „Israels Jamie Oliver“ hat ein zweites Lokal in Wien eröffnet.

Um den Gastronomen Eyal Shani mit knappen Worten zu beschreiben, wurde bisher gern der Terminus „Israels Jamie Oliver" herangezogen – freilich bevor der Brite kürzlich Insolvenz anmelden musste. Restaurants in mehreren Ländern, TV-Präsenz, Redefreudigkeit. Shani, der in Interviews gern dasselbe sagt (egal, was die Frage war), nämlich ausführlichst von der gemeinsamen Schöpfungsgeschichte von Paradeiserfruchtfleisch, Salz und Mensch erzählt – „you understand?" –, hat in Wien Ende 2015 das Miznon hinter dem Stephansdom eröffnet. Ein enges Lokal, in dem viel herumgebrüllt wird und gut gelauntes geordnetes Küchenchaos à la Tel Aviv herrscht. Und wo es Shanis berühmte ganze Karfiolköpfe aus dem Ofen gibt. Diese findet man nun auch im Seven North, seinem zweiten, deutlich größeren Streich in Wien, im Max Brown 7th District Hotel in der Schottenfeldgasse. Ein weitläufiger Raum mit wenig Tageslicht, mit grün gekachelten Industriebausäulen, einer zentralen Bar, an die man sich auch zum Essen setzen kann, und einer offenen Küche, die fast die gesamte Breite einnimmt.