May-Nachfolge: Boris ist kaum zu stoppen

Boris Johnson, Favorit für den Tory-Parteivorsitz und den britischen Premierminister-Posten, hat sich sogar die Haare schneiden lassen, um möglichst vielen seiner konservativen Kollegen zu gefallen. [ Reuters ]REUTERS

Favorit Boris Johnson gibt sich ungewohnt freundlich, zurückhaltend und inklusiv, um möglichst viele Stimmen für den Parteivorsitz auf sich zu vereinen. Das Rudel seiner Verfolger wird aber immer größer.

London. Im Schatten des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump und des Gedenkens an den 75. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie ist der May-Day fast untergegangen. In einem Austausch förmlicher Schreiben erklärte die britische Premierministerin Theresa May am Freitag ihren Rücktritt als Parteiführerin. Ihre konservative Partei bestätigte die Kenntnisnahme. Schlagzeilen machte dagegen die Nachwahl im ostenglischen Peterborough, wo die Brexit Party um Haaresbreite gegen Labour verlor. Ihr Parteichef Nigel Farage ließ es sich nicht verdrießen und verlas vor der Downing Street einen Appell: „Wir sind bereit, zu helfen.“

Diese Hilfe ist allerdings unerwünscht, denn für die Konservativen stellt Farage „eine existenzielle Bedrohung“ dar, wie der führende Kandidat um die Nachfolge Mays, Ex-Außenminister Boris Johnson, warnte. Farages einzige politische Position ist eine sofortige Umsetzung des EU-Austritts um jeden Preis. Johnson bezeichnet sich als „einzigen Kandidaten, der Farage in seine Kiste zurückzwingen kann“. Er ist der unbestrittene Favorit um die Nachfolge Mays.