Burger ohne Fleisch, Aktienkurs ohne Limit

Der Hype um vegane Burger hält an.
Der Hype um vegane Burger hält an.(c) imago images / A. Friedrichs (Andreas Friedrichs)

Die Erbsenburger aus Kalifornien begeistern die Anleger. Der Umsatz soll heuer deutlich steigen.

Wien. Fleisch ist ungesund, aufwendig in der Herstellung und schlecht für das Klima. Lauter Dinge, die bekannt sind – aber wenige konnten daraus bisher so gut Profit schlagen wie Ethan Brown. Er gründete 2009 die Firma Beyond Meat, die pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte herstellt und vegane Burger verkauft. Im Mai brachte er Beyond Meat an die Börse. Die Begeisterung der Anleger hält seither an – und sie wurde durch den ersten Geschäftsbericht des kalifornischen Unternehmens nur verstärkt: Der Umsatz stieg im ersten Quartal um satte 215 Prozent auf 40,2 Mio. Dollar (35,7 Mio. Euro), gab Beyond Meat am Donnerstag nach Börsenschluss (Ortszeit) bekannt. Zwar stieg auch der Verlust um knapp 16 Prozent auf 6,6 Mio. Euro. Aber die Ergebnisse lagen über den Erwartungen und fachten das Kursfeuerwerk damit weiter an: Die Aktie stieg nachbörslich um zeitweise fast 20 Prozent.

 

Keine tierischen Zutaten

Beyond Meat legte an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq einen der erfolgreichsten Börsengänge seit Jahren hin. Gleich zu Beginn schoss der Kurs in die Höhe, zuletzt lag er mehr als 300 Prozent über dem Ausgabepreis. Geschadet hat sicher nicht, dass Prominente wie Microsoft-Gründer Bill Gates und Hollywood-Star Leonardo DiCaprio als Investoren und Fürsprecher mit an Bord sind. Beim Börsendebüt erlöste die Firma rund 240 Mio. Dollar und wurde mit knapp 1,5 Mrd. Dollar bewertet. Mittlerweile sind es über 5,7 Mrd. Dollar.

Experten warnen vor Rückschlägen in der Kursrallye. Aber Beyond Meat gibt sich zuversichtlich: Heuer will das Unternehmen einen Umsatz von 210 Mio. Dollar erzielen, um 140 Prozent mehr als 2018. Außerdem stellte das Management vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn in Aussicht. Kaum ein Lebensmittel wird aktuell so gefeiert wie die Laberln des kalifornischen Pflanzenersatz-Herstellers. Die Bratlinge auf Erbsenbasis kommen komplett ohne tierische Zutaten wie Ei, Milch und Fleisch aus.

In Österreich und Deutschland gibt es die Beyond-Meat-Burger bisher nur bei der Großhandelskette Metro. Dort liegen sie im Fleischregal neben herkömmlichen tierischen Burgern und werden auch in den Katalogen neben den Fleischprodukten beworben. Viele Händler sind sich aber noch unsicher, ob die fleischlosen Burger nicht doch besser in die vegane Abteilung passen als – wie von Beyond Meat gewünscht – ins Fleischregal. (Reuters/DPA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2019)