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Rendi-Wagner: "Entscheidungen von Frauen sind zu respektieren"

Die SPÖ-Parteichefin zeigt sich in der "ZiB 2" am Freitag nach Gerüchten um eine Ablöse kämpferisch.
Die SPÖ-Parteichefin zeigt sich in der "ZiB 2" am Freitag nach Gerüchten um eine Ablöse kämpferisch.(c) Screenshot

Wäre sie ein Mann, hätte es keine derartigen Diskussionen in der Partei um ihre Person gegeben, sagt die SPÖ-Chefin.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner führt die parteiinterne Diskussion um ihre Person darauf zurück, dass sie die erste Frau an der Spitze der SPÖ ist. Personelle Entscheidungen der männlichen Vorgänger seien nicht so häufig diskutiert worden. Aber "ich geh meinen Weg weiter" - und somit müsse man sich daran gewöhnen, "dass Entscheidungen von Frauen auch zu respektieren sind", sagte sie Freitag in der "ZiB2".

Sie werde "weiterhin meine Entscheidungen treffen, personeller und anderer Natur" - und "die Politik muss sich daran gewöhnen, dass Frauen ihre Entscheidungen treffen", zeigte sich die Parteichefin kämpferisch, einen Tag nach dem Treffen mit SPÖ-Spitzenrepräsentanten, nach dem sie die Personaldebatte bereits für beendet erklärt hat. Am Freitag bekräftigte Rendi-Wagner, dass jetzt "Schluss sein" müsse mit der "Nabelschau" - und man sich jetzt der Menschen und der für sie wichtigen Themen annehmen müsse. Sie werde demnächst "hinaus in die Bundesländer" fahren, setzt Rendi-Wagner auf "mehr Dialog mit den Menschen".

Deutsch neuer SPÖ-Wahlkampfleiter

Am Freitag hatte sie sich für einen neuen Wahlkampfleiter entschieden, den ehemaligen Wiener SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch. Er wird nicht zweiter Bundesgeschäftsführer, das bleibe Thomas Drozda allein, erklärte sie in der "ZiB2". Von den aktuell schlechten Umfragewerten zeigte sich die Parteichefin unbeeindruckt. Diese seien "nur Momentaufnahmen" - und ihre Entscheidung, der "ÖVP-Alleinregierung" das Misstrauen auszusprechen, sei vielleicht jetzt gerade nicht populär, aber die richtige gewesen. Auch Deutsch demonstrierte - im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" - Zuversicht für den September: "Die Ausgangslage ist das eine, aber das Wahlergebnis ein anderes."

Kritik vom obersten Postbusgewerkschafter

Kritik an der Parteichefin hagelte es am Samstag vom obersten Postbusgewerkschafter Robert Wurm. Rendi-Wagern sei beim beim Gewerkschaftstag der Post- und Fernmeldebediensteten vergangenen Dienstag trotz Einladung fern geblieben. Sie habe sich zwar entschuldigt und zugesagt, dass Bundesgeschäftsführer Drozda komme - aber weder er noch sein Stellvertreter hätten sich eingefunden.

Sehr viele seien daher "enttäuscht von unserer Bundesvertretung gewesen", beklagte Wurm in einer E-Mail an die Genossen. Beim Gewerkschaftstag der GPF, der alle vier Jahre stattfindet, waren laut Wurm 250 Funktionäre der GPF (Post, Postbus, Telekom, Austro Control) sowie viele Ehrengäste gekommen. Dabei wurden die Gewerkschaftsgremien für die kommenden fünf Jahre bestellt.

(APA)