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Wenn der Teamchef ganz tief durchatmet

Franco Foda wirkte nach dem 1:0 gegen Slowenien mehr als nur erleichtert, dieser Sieg stellt ihn vorerst nicht weiter infrage. Bereits am Montag wartet jedoch schon die nächste Prüfung auf den ÖFB-Teamchef in Skopje. „Mit dieser Leidenschaft und Mentalität weitermachen!"

Franco Foda war die Erleichterung nach dem 1:0-Sieg über Slowenien deutlich anzumerken. Seine Mannschaft bestand am Freitag in Klagenfurt den Stresstest, holte nach den beiden Auftaktniederlagen die ersten Punkte in der laufenden EM-Qualifikation und darf damit weiterhin auf die Teilnahme an der EURO 2020 hoffen.

Der Druck vor der Partie sei groß gewesen, gestand Foda. "Klar war es eine schwierige Situation, aber ich habe den Spielern gesagt, dass man mit solchen Situation oft konfrontiert wird und habe ihnen mit auf den Weg gegeben, dass sie ruhig und befreit aufspielen sollen, mit Überzeugung und Mut."

Diese Marschroute wurde eingehalten und führte zu einem letztlich verdienten Erfolg. "Ich bin zufrieden, wie die Mannschaft über weite Strecken aufgetreten ist. Wir haben das Spiel dominiert und hatten schon in der ersten Hälfte zwei, drei Möglichkeiten, um in Führung zu gehen."

In der zweiten Hälfte geriet zwar etwas Sand in Getriebe, dann aber bewies Foda ein goldenes Händchen: Drei Minuten, nachdem er Guido Burgstaller eingewechselt hatte, erzielte der Schalke-Profi das entscheidende Tor, das trotz der einen oder anderen heiklen Situation im Finish zum Sieg reichte. "Insgesamt hat die Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt und ein schwieriges Spiel gewonnen", resümierte Foda.

Sonderlob vom Deutschen gab es für Team-Debütant Konrad Laimer. "Er hat in Leipzig in den letzten Monaten einen großen Sprung nach vorne gemacht." Der Mittelfeldspieler war aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Kapitän Julian Baumgartlinger in die Mannschaft gerutscht und dürfte seinen Platz auch am Montag auswärts gegen Nordmazedonien behalten.

Sollten auch in Skopje drei Punkte eingefahren werden, hätte das ÖFB-Team für die entscheidende Quali-Phase im Herbst eine relativ gute Ausgangsposition. "Jetzt gilt es, gut zu regenerieren und am Montag alle Kräfte zu mobilisieren", meinte Foda. "Wir werden das Slowenien-Spiel noch kurz analysieren, dann abhaken und den Fokus auf das nächste Match legen. Wir müssen gegen die Nordmazedonier so weitermachen, mit dieser Leidenschaft und Mentalität."

Der kommende Gegner liegt als Dritter einen Rang und einen Zähler vor Österreich, am Freitag gab es eine knappe 0:1-Heimniederlage gegen den noch makellosen Gruppe-G-Spitzenreiter Polen. "Das Spiel wird die gleiche Charakteristik wie das gegen Slowenien haben", prophezeite Foda. "Alle Spiele sind eng und ausgeglichen. Es entscheiden oft Kleinigkeiten."

Vor dem Weltranglisten-68 - die ÖFB-Auswahl ist 34. - zeigte der Teamchef Respekt. "Sie sind flexibel, spielen einmal Dreier- und einmal Viererkette und haben mit Pandev einen ihrer besten Spieler. Aber entscheidend wird sein, wie wir auftreten."

Diesbezüglich ist der Optimismus beim 53-Jährigen groß. "Die Mannschaft hat schon in den letzten Tagen im Training gut gearbeitet, da war Feuer drin, und jetzt haben sie sich mit dem Sieg belohnt", erzählte Foda und spekuliert nun mit einer positiven Wirkung des ersten Länderspiel-Erfolgs in diesem Jahr. "Ich hoffe, dass die Spieler befreit sind, dass sie sehen, dass sie richtig gut Fußball spielen können. Wenn man als Mannschaft auftritt, kann man viel erreichen."

Der Nationaltrainer bat am Samstagvormittag in Klagenfurt noch einmal zu einem leichten Training. Am Sonntag bricht das ÖFB-Team die Zelte in Kärnten ab und reist nach Skopje.