Deutsche Telekom stößt in den USA auf Granit

A T-Mobile store is pictured in the Manhattan borough of New York
REUTERS

Pläne einer Fusion der US-Tochter mit dem Konkurrenten Sprint drohen erneuet zu scheitern. Mehrere Bundesstaaten wollen den Deal mittels Klage stoppen.

Zweimal ist die Deutsche Telekom mit ihrem Plan, die US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint zu fusionieren, gescheitert. Nun droht auch der dritte Anlauf schief zu gehen: mehrere US-Bundesstaaten haben Widerstand angekündigt. Neun von ihnen und der Regierungsbezirk Washington DC reichten am Dienstag vor einem Bundesbezirksgericht in New York Klage ein, um den Zusammenschluss der beiden Mobilfunkanbieter zu stoppen. Sie fürchten einen geringeren Wettbewerb und in Folge höhere Preise für die Kunden, die im Jahr 4,5 Milliarden Dollar erreichen könnten. Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, erklärte, in ihrem Bundesstaat bereite den Anbietern bis heute die Versorgung mit 3G Schwierigkeiten. Nichts in dem Fusionsplan garantiere eine bessere Abdeckung. "Wenn es um die Macht von Unternehmen geht, ist größer nicht immer besser."

Die Deutsche-Telekom-Tochter, Nummer drei in den USA, und ihr Konkurrent Sprint (Nummer vier) haben dieses Mal für ihren Fusionsplan mit einem Volumen von 26 Milliarden Dollar die Unterstützung der Branchenaufsicht FCC signalisiert bekommen. Das Justizministerium in Washington hat jedoch noch kein grünes Licht gegeben.Dort trifft die Fusion Insidern zufolge auch auf Bedenken. Die Entscheidung des Ministeriums wird noch im Juni erwartet.

James und ihre neun an der Klage beteiligten Kollegen sind allesamt Demokraten. In ersten Reaktionen fand ihre Klage Zuspruch bei Parteifreunden im Kongress. Der Zusammenschluss sei "wettbewerbs-, arbeiter- und verbraucherfeindlich", schrieb der Senator Richard Blumenthal auf Twitter.

Weitreichende Zugeständnisse

Beide Unternehmen haben schon Zugeständnisse angeboten: So wollen sie Mobilfunkfrequenzen verkaufen. Diese könnten einem neuen vierten Mobilfunkanbieter zur Verfügung stehen. Außerdem soll auch die Prepaid-Marke Boost Mobile abgestoßen werden. Sie soll rund drei Milliarden Dollar kosten. Der Verkaufsprozess soll allerdings erst gestartet werden, wenn das Justizministerium grünes Licht gibt.