Bühne

Rettet René Pollesch die Volksbühne Berlin?

Zurück zur Volksbühne: 2021 übernimmt René Pollesch das Theater im Osten Berlins.
Zurück zur Volksbühne: 2021 übernimmt René Pollesch das Theater im Osten Berlins.(c) Imago

Der deutsche Regisseur René Pollesch, der dem Theater im Osten Berlins unter Frank Castorf eng verbunden war, übernimmt das in Turbulenzen geratene Haus ab 2020/21.

Manchmal ist Wien seiner Zeit tatsächlich voraus. In der Vorwoche wurde in dieser Stadt der deutsche Autor und Regisseur René Pollesch mit dem Arthur-Schnitzler-Preis 2019 ausgezeichnet. Und das ist gut so. In bisher neun Produktionen für das Burgtheater hat er das Publikum, philosophisch unterfüttert, belehrt, zuweilen entrüstet oder entrückt, oft auch entzückt. Das kommt bei Uraufführungen selten vor. Sein Team, eine verschworene Truppe an SchauspielerInnen, läuft in diesen anstrengenden, sprachlich reich befrachteten Exzessen häufig zur Hochform auf. Anfangs, ab 2004, gab es Premieren im Kasino, mit „Hallo Hotel . . . !“ und „Häuser gegen Etuis“. Bald wurde das Akademietheater sozusagen sein Wiener Stammhaus.

Manchmal wiederholt sich Geschichte. In Berlin zum Beispiel wähnte man, dass die überlange Ära des großen Theatermachers Frank Castorf an der Volksbühne, zu dessen Stützen viele Jahre auch Pollesch zählte, vor zwei Jahren zu Ende gegangen sei. Es folgte ein trauriges Stück Kulturpolitik. Der belgische Kurator Chris Dercon sagte dem angeblich konventionellen Theater keck den Kampf an und glaubte tatsächlich, das Ostberliner Traditionshaus am Rosa-Luxemburg-Platz wie ein überspanntes Kunstfestival führen zu können. Chaos.