Grünes Licht für umstrittene Kohleförderung in Australien

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Der indische Konzerns Adani will bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle jährlich in der Carmichael-Mine fördern. Das könnte die bereits hohen Kohleexporte Australiens um 20 Prozent steigern.

In Australien kann das seit Jahren umstrittene Kohleförderprojekt des indischen Konzerns Adani starten. Die Regierung des Bundesstaats Queensland im Nordosten des Landes erteilte am Donnerstag die Genehmigung für den von Adani vorgelegten Plan zum Grundwasserschutz, der die letzte große Hürde darstellte

Der Konzern will bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle jährlich in der Carmichael-Mine fördern. Das könnte die bereits hohen Kohleexporte Australiens um 20 Prozent steigern.

Die in der Mine im Tage- und Untertagebau geförderte Kohle soll über 189 Kilometer per Zug zum Kohlehafen Abbot Point gebracht und dann nach Indien verschifft werden. Abbot Point liegt in der Nähe des weltberühmten Great Barrier Reefs.

Befürworter argumentieren, die Mine bringe Arbeitsplätze nach Queensland. Umweltschützer warnen, die Verbrennung der Kohle in Indien und China werde die Klimaerwärmung verschlimmern; zudem seien vor Ort zahlreiche Tierarten bedroht.

Im Mai hatte das liberal-konservative Regierungsbündnis in Australien die Wahl gewonnen - die Liberalen befürworten die Kohleförderung in der geplanten Mine.

Adani kündigte am Donnerstag an, die ersten Arbeiten für den Kohleabbau würden unverzüglich beginnen. Das grüne Licht der Regierung von Queensland bedeutete eine vorläufige Genehmigung - einige Genehmigungen seitens der Zentralregierung stehen noch aus.