Blut, Innereien, Hausmusik: „Macbeth“ beim ImPulsTanz

Das zeitgenössische Tanzfestival wird am 11. Juli im Volkstheater eröffnet.

Gleich zum Auftakt legt das ImPulsTanz-Festival richtig los: Zur Eröffnung (11. 7., Volkstheater) wird Johann Kresniks „Macbeth“ gezeigt, in einem Bühnenbild von Gottfried Helnwein und zur Musik Kurt Schwertsiks. Dieser umriss das Szenario bei der Programmpräsentation so: „Rundherum Blut und Innereien, und dann sitzen da zwei am Klavier und spielen Hausmusik.“ Es sei ein „höchst aktueller Shakespeare“, meinte Intendant Karl Regensburger – passend als Eröffnung für ein Festival, das für „Weltoffenheit, Genuss, Leidenschaft und, ja, Kontroverse“ steht. Bis 11. August läuft das Festival, 65 Produktionen, darunter sechs Uraufführungen, sind zu erleben, dazu gibt's 237 Workshops.

Darunter einige Preziosen: Neben „Macbeth“ wären das u. a. Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal mit „Masurca Fogo“ (ab 16. 7.) oder ein opulentes Stück von Festival-Mitbegründer Ismael Ivo über den brasilianischen Musiker Caetano Veloso (ab 23. 7.). Der südafrikanische bildende Künstler und Performer Steven Cohen kam mit Zebrafell, Federwimpern und Glitzer-Make-up zur Pressekonferenz. „Ins Theater zu gehen ist nicht wie ins Kino gehen“, sagte er: „Es ist ein gefährlicher Ort, wo echte Kunst passiert.“ Und echte Emotion: Er kommt mit einer „performativen Zeremonie“ für seinen verstorbenen Partner (ab 17. 7.). Um Körper, Sex, Privatsphäre geht's in Mette Ingvartsens „Red Pieces“, Doris Uhlich steigt nackt in einen Glastank (aus Protest gegen „Körperverbesserungen“), Wim Vandekeybus demonstriert Mitläufertum – ein Festival der Vielfalt. (i. w.)

Festivalprogramm: www.impulstanz.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2019)