BMW: Die ewige GS

Beim GS-Grundpreis muss es nicht bleiben: Im Bild sind 5000 Euro Sonderausstattung versteckt!(c) Juergen Skarwan

Kann jetzt noch besser, was sie bisher schon gut konnte: fast alles.

Von den Vorzügen der GS zu schwadronieren, das ist wie Eulen nach Athen tragen: Weiß eh jeder, sonst wäre sie nicht Europas meistverkauftes Motorrad, und das seit vielen Jahren. Auch in Österreich führt sie die Charts an, man bemerkt es spätestens bei einer kleinen Ausfahrt in den Voralpen: Was einem da so Biker-grüßend entgegenkommt – man erkennt die charakteristische Leuchtengrafik –, das sind hauptsächlich: GS. Man könnte es also damit bewenden lassen, dass die neue GS nun mehr Hubraum, damit mehr Leistung und Drehmoment hat, was ihrem weiteren Verkaufserfolg wohl nicht im Weg stehen wird.

Aber wo wir schon so gemütlich beisammensitzen: Wie wurde die GS eigentlich zum Einserbike schlechthin, trotz des respektablen Preisschilds? Mit Sicherheit gibt es eine Tugend deutscher Hersteller, die sich auszahlt: Sie pflegen ihre Baureihen hingebungsvoll, sind unablässig am Optimieren, ohne dem Original untreu zu werden. 1980, als mit der R 80 G/S die Erste ihrer Art he­rauskam, hatte BMW noch keine Vierzylinder im Programm. Der Boxer-Zweizylinder, trotz unbestreitbarer Vorteile, sah da schon etwas alt aus. Man überlegte später sogar, ihn aus dem Programm zu nehmen. Wer sonst auf der Welt setzte auf Boxer?

Diese Leuchtengrafik bekommt man auf schönen Bike-Routen öfters zu sehen – eigentlich ständig.(c) Juergen Skarwan

Uns erinnert das an den Porsche 911, der mit seinem „Flat-six“ im Heck ebenfalls ein recht eigenartiger Geselle ist, und der auch seine Krisen durchlebte – zeitweise hatte man bei Porsche überlegt, ihn einzustellen. Aber dazu kam es weder in Stuttgart-Zuffenhausen noch bei BMW; der Boxer blieb im Programm und wurde über die Jahrzehnte stets konkurrenzfähig gehalten.

Unvermeidlich war zuletzt die Wasserkühlung der Zylinderköpfe (wie die Wasserkühlung beim 911er), ein notwendiges Thermomanagement zum Wohle von Verbrauch und Emissionen. Die jüngste Hubraumerweiterung (von 1170 auf 1254 ccm) bringt elf PS und 18 Nm mehr und zeigt, dass BMW nicht erst wartet, bis GS-Fans nach mehr Power schreien. Denn schon das Vorgängermodell stand gut im Saft. Nun aber haben wir es mit einer Allrounderin zu tun, der man auf typischen Bikerstraßen nicht viel vormachen kann – selbst Supersportler beißen bei einer GS im gekonnt-beherzten Einsatz auf Granit. Dank schlauer Elektronik kommt man auch offroad trotz des Gewichts brauchbar durch; wir staunten über das geniale ABS im Enduro-Modus, das auch Anfänger im leichten Gelände gut aussehen lässt. Einziger Makel, wenn man einen sucht: Trotz des zünftigen Preises besitzt man mit einer GS, wir erwähnten es, keine exotische Rarität. Stören muss einen das aber nicht.

(c) Juergen Skarwan

Boxer mit noch mehr Punch

Mehr Hubraum: Das Allzweck-Tool für gehobenes Motorradreisen zeigt mehr Sprintfreude denn je.

Name : BMW R 1250 GS
Preis : 19.700 Euro
Motor : Zweizylinder-Boxer, 1254 ccm
Leistung : 136 PS (Drehmoment 143 Nm)
Gewicht : 249 kg
0–100 km/h : 3,6 Sekunden
Vmax : >200 km/h
Verbrauch : 5,4 l/100 km im Test