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Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfing und verabschiedete Österreichs U21-Fußballnationalmannschaft vor der EM in Italien in der Wiener Hofburg.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfing und verabschiedete Österreichs U21-Fußballnationalmannschaft vor der EM in Italien in der Wiener Hofburg.(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)

Mit dem Spiel gegen Serbien beginnt für Österreichs U21 am Montag das EM-Abenteuer. Angeführt von Xaver Schlager will der Außenseiter in Italien überraschen. Eine Bestandsaufnahme.

Wien. Vorsichtig optimistisch ist Österreichs U21-Fußballnationalteam Freitagnachmittag zur EM nach Italien aufgebrochen. Schon am Montag beginnt das Turnier mit dem Spiel gegen Serbien in Triest (18.30 Uhr), die weiteren Gruppengegner sind Dänemark (20. Juni, 18.30 Uhr in Udine) und Deutschland (23. Juni, 21 Uhr in Udine, alle Spiele live in ORF Sport plus). Für den Einzug ins Halbfinale und die Chance auf ein Ticket bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio – es wäre Österreichs erste Teilnahme – ist zumindest Gruppenplatz zwei nötig.

Auf dem Papier ist die ÖFB-Equipe Außenseiter, der jüngste 3:1-Sieg gegen Titelanwärter Frankreich aber weckte neue Hoffnungen. „Wenn du so eine Mannschaft schlägst, kannst du sehr, sehr viel erreichen. Meine Spieler haben den Glauben an sich selbst gefunden“, sagte Teamchef Werner Gregoritsch. Dass alle drei Gruppengegner „fix mit drei Punkten gegen Österreich rechnen“, könnte der heimischen Auswahl in die Karten spielen. „Wir werden diese Voraussetzungen auch in unsere taktische Herangehensweise miteinbeziehen.“

Schon im ersten Spiel wartet mit Serbien ein echter Prüfstein, kann der Gegner doch auf die Qualitäten von Torjäger und Real-Madrid-Neuzugang Luka Jović bauen. „Das ist der Topspieler dieser EM“, meinte Gregoritsch, der sich auch bei Frankfurts Coach, Adi Hütter, über dessen Ex-Stürmer informiert hat. „Adi meinte, er hat noch nie einen besseren Spieler trainiert.“ Diese österreichische Mannschaft wird es in Italien mit Jović und Co. aufnehmen.

Tor

Auf der Torhüterposition entschied sich Gregoritsch für das Trio Alexander Schlager (Lask), Patrick Pentz (Austria) und Johannes Kreidl (Ried), mit Schlager gibt es intern eine klare Nummer eins.

Der 23-Jährige hat mit Abstand die meiste Routine auf U21-Ebene (15 Länderspiele) und in der abgelaufenen Saison auch das Vertrauen von Lask-Trainer Oliver Glasner genossen (40 Einsätze). Mit Schlager hat Österreich einen guten Rückhalt, der Spiele entscheiden kann. Pentz und Kreidl sind in der Hierarchie klar untergeordnet.

Verteidigung

Das Herzstück der österreichischen Mannschaft ist die Verteidigung. Mit Kapitän Philipp Lienhart (Augsburg), Kevin Danso (Augsburg), Marco Friedl (Bremen) und Stefan Posch (Hoffenheim) stehen gleich vier Profis aus der deutschen Bundesliga im Kader, der rekonvaleszente Maximilian Wöber (FC Sevilla) musste für die EM passen. Gregoritsch, der beim Sieg über Frankreich ein 4-2-3-1-System spielen ließ, setzt zunächst auf defensive Stabilität. „Wir müssen das Spiel von hinten kontrollieren.“

Mittelfeld

Ivan Ljubic (Sturm Graz) und Dejan Ljubicic (Rapid), beide Stammspieler bei ihren Klubs, waren in der Mittelfeldzentrale zuletzt gesetzt. Ljubicic bringt außerdem Europa-League-Erfahrung mit. In Italien ist aber auch A-Teamspieler Xaver Schlager (Red Bull Salzburg) mit von der Partie. Der Leistungsträger vom Double-Gewinner gilt als Schlüsselspieler auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschneiden in Italien. „Er ist der Spieler schlechthin, der die Mannschaft um 50 Prozent stärker macht, wenn er spielt“, erklärte Teamchef Gregoritsch.

Eine offensivere Rolle wird der baldige Leipziger Hannes Wolf (Salzburg) einnehmen, beim 3:1-Testspielsieg über Frankreich am Dienstag gingen zwei Tore auf das Konto des 20-Jährigen. Nicht rechtzeitig fit wurde Sturm-Graz-Mittelfeldmann Sandi Lovric.

Sturm

Hoch im Kurs bei Gregoritsch sind die Flügelstürmer Mathias Honsak (Holstein Kiel) und Sascha Horvath (Innsbruck). Linksaußen Honsak erzielte in 14 U21-Länderspielen sieben Tore, für Rechtsaußen Horvath ist die anstehende EM schon die fünfte Endrunde.

Den Mittelstürmer sollen Adrian Grbic (Altach) und Zwei-Meter-Mann Sasa Kalajdzic (Admira) geben. Auch Marko Kvasina (Mattersburg) ist stets für Tore gut.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2019)