Auch britischer Außenminister sieht Iran hinter Angriffen auf Öltanker

London schließt sich der Einschätzung der USA an.

Die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman sind nach Überzeugung des britischen Außenministers Jeremy Hunt von den iranischen Revolutionsgarden ausgeführt worden. "Unsere eigene Einschätzung führt uns zu der Annahme, dass die Verantwortung für die Angriffe fast ganz sicher beim Iran liegt", betonte Hunt in einer Erklärung seines Ministeriums vom Freitagabend.

Kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht, betonte Hunt. Die Vorfälle reihten sich ein in das "destabilisierende Verhalten des Iran und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Region dar", erklärte Hunt. Beweise für eine Urheberschaft der Revolutionsgarden aber legte der Minister ähnlich wie zuvor sein US-Kollege Mike Pompeo nicht vor. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Hunt rief den Iran dazu auf, "sämtliche destabilisierenden Aktivitäten einzustellen". Sein Land versuche gemeinsam mit anderen Regierungen, eine diplomatische Lösung für den schwelenden Konflikt zwischen Teheran und Washington zu finden.

Der Minister betonte, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) seien schon nach den Sabotageakten gegen vier Handelsschiffe vor vier Wochen in derselben Region zu dem Schluss gelangt, dass sie von einem hoch entwickelten Staat ausgeführt worden seien. Die genauen Umstände auch dieser Vorfälle blieben jedoch unklar. US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die "fast sicher" der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine Anschuldigung legte auch er damals nicht vor.

Bei den neuen Zwischenfällen nahe der Küste des Iran waren am frühen Donnerstagmorgen zwei Tanker beschädigt worden. Das zweite der beiden Schiffe, die "Front Altair" einer norwegischen Reederei, geriet nach Explosionen in Brand. Die norwegische Seefahrtsbehörde sprach von einem Angriff, was die Reederei zunächst nicht bestätigte. Die genauen Umstände der schweren Zwischenfälle blieben zunächst weiter mysteriös. Der Auswärtige Dienst der EU schloss sich den US-Schuldzuweisungen gegen den Iran vorerst nicht an.

(APA/dpa/AFP)