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Psychische Erkrankung: „Besser, man verschweigt es“

„Die depressiven Phasen sind wie Trauer im Dauerzustand, ein permanenter Schmerz“, sagt Christa M., die ihre Identität nicht preisgeben möchte.
„Die depressiven Phasen sind wie Trauer im Dauerzustand, ein permanenter Schmerz“, sagt Christa M., die ihre Identität nicht preisgeben möchte.(c) Stanislav Kogiku

Über die eigene psychische Erkrankung zu reden, kann negative Folgen haben. Dabei ist Offenheit der einzige Weg, um Ablehnung und Stigmata abzubauen, meinen Betroffene.

„Reiß dich zusammen“ ist ein Satz, den Wolfgang Brunthaler nie wieder hören möchte. Zu viel Ablehnung und Unverständnis stecken für ihn in diesen drei Wörtern. Denn wenn ihn einer seiner Panikattacken überkommt, sei es unmöglich, sich zusammenzureißen. „Es funktioniert nicht.“ Ihn packen Schwindel, Schweißausbrüche, Herzrasen, das Gesichtsfeld wird eingeschränkt – alles sei plötzlich fremdgesteuert, „so als ob man aus dem eigenen Körper hinausginge.“

Brunthaler erzählt unaufgeregt von den Angst- und Panikzuständen, der psychischen Krankheit, an der er seit seinem 18. Lebensjahr leidet. Er ist es gewohnt, über sich zu reden, denn beim Verein Pro Mente hält er Seminare für angehende Sozialbegleiter. Darüber, wie es ist, psychisch krank zu sein. Dass jeder Betroffene anders ist. Und dass es nicht darum geht, Händchen zu halten.