Führungsfehler

Warum es keinen „Mitarbeiter des Jahres“ mehr gibt

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Chef meinte es nur gut, als er den Gewinner auf die Bühne holte.

Es gibt wenig, was dieser Chef nicht für seine Leute tun würde. Was immer gut für sie ist, sie bekommen es.

Er geizt auch nicht mit Lob. Er holt jene vor den Vorhang, die Besonderes leisten. Bis zum Sommerfest vor ein paar Jahren. Da wurde traditionell der „Mitarbeiter des Jahres“ ausgezeichnet. Trommelwirbel, and the winner is…

…einer jubelte auf, zehn schauten betreten. Der Chef wusste sofort, er hatte einen Fehler begangen. Das Siegerprojekt war eine Teamarbeit, aber nur einer, der Winner nämlich, besprach es mit dem Management. So blieb nur er dem Chef im Gedächtnis.

Und nun freute sich ein Gewinner, streifte den Preis ein – und die anderen, die ebenso viel geleistet hatten, schauen durch die Finger. Das Somemrfest war ein Flop.

Seither gibt es in diesem Unternehmen keinen „Mitarbeiter des Jahres“ mehr. Nur mehr ein „Projekt des Jahres“. Die ganze Gruppe wird auf die Bühne geholt. Und alle, die sonstwie dabei waren.

Es sind immer ziemlich viele. 

 

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