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ÖGB: Neues Führungsteam gibt sich kämpferisch

PG OeGB 'NEUES TEAM UND ARBEITSSCHWERPUNKTE': KATZIAN / REISCHL / MERNYI / PICHLER
V. l.: ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian mit den Leitenden Sekretären des ÖGB - Ingrid Reischl, Willi Mernyi und Roland Pichler - am DienstagAPA/HANS KLAUS TECHT
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Mit dem Wechsel von Bernd Achitz rückten Ingrid Reischl und Willi Mernyi in die Funktion der Leitenden Sekretäre nach.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hat ein neues Führungsteam: Ingrid Reischl und Willi Mernyi wurden vom Bundesvorstand am Dienstag einstimmig zu neuen Leitenden Sekretären gewählt. Notwendig geworden war der Umbau wegen des Wechsels von Bernhard Achitz in die Volksanwaltschaft. Bei einer Pressekonferenz gab man sich im Beisein von ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian kämpferisch.

Auch der für Finanzen zuständige Leitende Sekretär, Roland Pichler, wurde in seiner Funktion bestätigt. Mit Reischl und Mernyi gibt es damit erstmals seit längerer Zeit wieder ein Trio. Katzian begründete diese Entscheidung unter anderem mit den politischen Herausforderungen. Zwar wisse man nicht, welche Regierung es nach der Nationalratswahl im Herbst geben wird - aber "bestimmte Entwicklungen" seien auch in anderen Konstellationen als Türkis-Blau möglich.

WGKK-Chefin soll auch zur AUVA wechseln

Inhaltlich innovativ, aber auch "kraftvoll und kampagnenfähig" will der Gewerkschaftsbund sein, betonte Katzian. Diese Anforderungen erfüllten die neuen Leitenden Sekretäre: Reischl, bisherige Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, sei seit vielen Jahren in der Gewerkschaftsbewegung engagiert. Sie soll den Grundsatzbereich des ÖGB leiten. Sie ist nun auch - anstelle von Achitz - als Vize-Obfrau der Unfallversicherung AUVA nominiert.

Kein Unbekannter ist auch Mernyi. Das Gewerkschafts-Urgestein und ehrenamtliche Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) war bereits in der Gewerkschaftsjugend aktiv. Er soll seine "Fähigkeit zu mobilisieren" in den ÖGB einbringen. Selbst sieht Mernyi den ÖGB auch als "Kampforganisation" und "Gegenmacht", wenn es darauf ankommt. Er will den Schwung auch in die einzelnen Betriebe bringen und Mitglieder gewinnen. Überraschend ist, dass gleich beide neuen Leitenden Sekretäre der GPA zugerechnet werden, aus der auch Präsident Wolfgang Katzian stammt.

Nicht neu als Leitender Sekretär ist Pichler, der sich weiterhin um die Finanzen kümmern soll und "effizient und sparsam" bleiben will. Eine "Sommerpause" will Katzian seinem neuen Team nicht gönnen, wie er betonte. Stattdessen werde man Dialogforen abhalten und im Zuge des Nationalratswahlkampfes die Positionen der kandidierenden Parteien abfragen. "Haltungsnoten" für die einzelnen Bewegungen will Katzian aber nicht vergeben, versprach er.

Mandate für Nationalratswahl intern fix

Intern haben die sozialdemokratischen Gewerkschafter freilich schon festgelegt, wen sie via SPÖ-Bundesliste in den Nationalrat bekommen wollen. Sicher einen wählbaren Platz erhält FSG-Chef Rainer Wimmer. Zweite FSG-Kandidatin ist ÖGB-Vize Korinna Schumann, für die es sich nach dem Geschmack der Gewerkschafter ebenfalls für einen Wechsel vom Bundes- in den Nationalrat ausgehen soll. Auf einem Kampfmandat in Wien platziert ist GPA-Vorsitzende Barbara Teiber.

Eine erste Gratulation für die Neuen an der ÖGB-Spitze kam am Dienstag prompt vom sozialpartnerschaftlichen Gegenüber, der Wirtschaftskammer (WKÖ). Deren Generalsekretär Karlheinz Kopf freute sich laut Aussendung auf eine "konstruktive Zusammenarbeit".

(APA)