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Kärntner Kirchenkrise: Es gibt nur Verlierer

Es ist ein Akt der Bestrafung, wenn der Papst den Interims-Leiter ab- und einen neuen einsetzt.

Wie hätte eine Kirchenzentrale, die sich ernst nimmt (wenn es schon anderer nicht tun), agieren sollen, als Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger abzusetzen? Wenn sie sich als unfähig erweist, nach einem Jahr noch immer nicht die Titanenaufgabe lösen zu können, einen Bischof nach Kärnten zu schicken.

Rom wird nun mit monatelanger Verzögerung aktiv. Der Vatikan hat ein langes Gedächtnis und reagiert also auf die Missachtung eines von ihm ausgesprochenen Verbots: Guggenberger und das Domkapitel haben sich darüber hinweg gesetzt und eine Abrechnung mit der Langzeit-Ära von Bischof Alois Schwarz veröffentlicht. Schritte Richtung Transparenz, in der katholischen Kirche ein kaum entdecktes Gut, sind immer zu befürworten.

Aber: Hat irgendjemand gedacht, der Vatikan würde ignorieren, wenn eine Ortskirche eine Anordnung ignoriert? Das Zentrum der römisch-katholischen Kirche sitzt nun einmal nicht in Klagenfurt oder Gurk. Am Freitag hat der Vatikan dekretiert, dass Militärbischof Werner Freistetter als Apostolischer Administrator die Leitung der krisengeschüttelten Diözese (wieder nur vorübergehend) übernehmen muss. Halb Kärnten ist entsetzt. Ganz Österreich mit betroffen. Eine Lose-Lose-Situation für alle.

E-Mails an: dietmar.neuwirth@diepresse.com

 

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