Arthur Arbesser designt Tasche aus alten Getränkeflaschen

Arthur Arbesser
Arthur ArbesserXenia Trampusch / Vöslauer

Die Tasche besteht aus einem beständigen Outdoor-Material, das "zu 100 Prozent aus recycelten Fasern hergestellt wurde und auch zu 100 Prozent wieder recycelbar ist".

Arthur Arbesser, aus Wien stammender Modemacher mit Firmensitz in Mailand, hat für Vöslauer eine Tasche entworfen. Der Clou daran ist nicht nur das grafische Muster, das die Kreation auf den ersten Blick als "echten Arbesser" ausweist, sondern auch das innovative Material: Zum Einsatz kam rePET aus alten Getränkeflaschen.

"Ich habe total viel dazugelernt bei dem Projekt", sagte Arbesser Montagabend bei der Präsentation in Wien im Gespräch. Es handle sich um "ein richtig beständiges Outdoor-Material", das "zu 100 Prozent aus recycelten Fasern hergestellt wurde und auch zu 100 Prozent wieder recycelbar ist", und "nicht das übliche Polyester, das sozusagen ewig auf der Welt bleibt".

"Mir hat das alles einen Denkanstoß gegeben", gestand der Modemacher. Seither versuche er, in seiner eigenen Kollektion "natürliche Materialien wie Seide, Viskose, Baumwolle und Wolle zu verwenden. Das ist relativ schwierig, weil man muss natürlich Abstriche machen, und der Kunde muss wissen, dass es dann automatisch mehr kostet. Aber bei so einem Nischenlabel wie meinem ist das durchaus möglich."

Ausblick auf die Modewoche

"Vorher haben wir oft auch viel Polyester, beispielsweise für Plisseeröcke, verwendet. Das war natürlich super, die Kundinnen haben sich gefreut, dass man damit leicht reisen kann, dass es nicht verknittert, dass der Preis gut war, und das versuchen wir jetzt nicht mehr zu machen. Das heißt, irgendwen vergrämt man sicher, aber auf längere Sicht gesehen ist es besser so." Die Kundschaft sei jedenfalls, was den ökologischen Fußabdruck von Mode betreffe, "schon ein bisschen aufgewacht und absolut mehr empfänglich dafür".

Dass Arthur Arbesser sich Gedanken um die Umwelt macht, sehe man "absolut auch im September bei der Sommerkollektion". Die wird er dann wieder bei der Mailänder Modewoche präsentieren. So viel verriet er im Voraus: Es werden Modelle aus Patchworkstoffen zu sehen sein, die er und sein Team seit Monaten im Office zusammennähen. "Da sind auch viele alte Materialien von mir, aus alten Kollektionen. Wir haben gerade die Fabrik gewechselt und deswegen viele alte Stoffe zurückbekommen, und die versuchen wir jetzt gerade zu 'recyceln'."

Omas "Stofflexika"

Vom Thema her sei die Kollektion "inspiriert von meiner Großmutter, die aus Siebenbürgen kommt, das heißt, es sind so Siebenbürger sächsische Uniformen und Keramiken, kombiniert mit meinen üblichen geometrischen Mustern, also wird es sehr un-großmütterlich ausschauen". Seine Großmutter habe zudem "ihr ganzes Leben von jedem Kleidungsstück, das sie gehabt hat, ein Stückchen aufgehoben und in einem Buch aufgeheftet". Von diesen "Stofflexika" sei die Idee für das Patchwork-Motiv gekommen.

Der zwischen Wien und Mailand pendelnde Arbesser reist derzeit häufig nach Berlin: Er zeichnet für die Kostüme für Richard Strauss' "Rosenkavalier" verantwortlich, den Andre Heller für Februar 2020 an der Staatsoper Unter den Linden inszeniert: "150 Kostüme und verschienene Rollen und Größen und Schauspieler, sehr intensiv."

Vöslauer präsentierte als erste heimische Getränkemarke im November 2018 Flaschen aus "100%rePET". Die nachhaltige Modekollektion - u.a. die Tasche im Arbesser-Stil (eine Seite Streifen, eine Seite Karo) und eine limitierte Auflage von Baumwollhemden - ist ab Mitte Juli erhältlich.

(APA)