Schweizer Regisseurin Barbara Frey wird Ruhrtriennale-Intendantin

Die 56-Jährige Intendantin des Schauspielhauses Zürich wird die zweite Frau auf dem Chefposten des Festivals, der alle drei Jahre neu vergeben wird.

Die Theaterregisseurin Barbara Frey (56) übernimmt ab November 2020 für drei Jahre die Leitung der Ruhrtriennale. Frey stehe für ein "offenes, neugieriges und lebendiges Theater auf höchstem Niveau", sagte Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Schweizer Regisseurin verantwortet die Spielzeiten von 2021 bis 2023.

Das experimentelle Kulturfestival in den monumentalen Industriebauten des Ruhrgebiets bekommt alle drei Jahre eine neue Leitung. Derzeit ist Stefanie Carp die Intendantin. Der Jahresetat beträgt rund 14 Millionen Euro und wird zum großen Teil vom Land Nordrhein-Westfalen bezahlt. Die Ruhrtriennale findet statt im Spätsommer, in diesem Jahr vom 21. August bis zum 29. September.

Frey war zehn Jahre lang Intendantin des Schauspielhauses Zürich, das sie mit Ende der Saison verlässt. Die 56-Jährige hat an vielen großen Häusern Regie geführt, etwa an der Semperoper in Dresden, immer wieder am Burgtheater in Wien sowie am Schauspielhaus in Hamburg oder der Schaubühne in Berlin.

„Man spürt noch immer Zukunft"

Am Mittwoch berichtete Frey beeindruckt von den wuchtigen Bauten des Ruhrgebiets, die während des Festivals bespielt werden. "Man spürt noch immer Zukunft", sagte sie. "Es ist für mich eine große Ehre, mich mit diesen Räumen zu beschäftigen." Einen Spielplan habe sie noch nicht, sagte die Theaterfrau. Sie habe keine Berührungsängste, weder mit Uraufführungen oder dem klassischen Kanon des Theaters. Und sie versicherte, dass sie ins Ruhrgebiet ziehen werde. Ehe die Intendanz beginnt, wird Frey in Basel, in England und an der Staatsoper in Stuttgart inszenieren.

Mit der 56-Jährigen kommt zum zweiten Mal eine Frau an der Spitze der Ruhrtriennale. Intendanten waren unter anderem Johan Simons, Gerard Mortier, Jürgen Flimm, Willy Decker und Heiner Goebbels. Die Ruhrtriennale versteht sich als spartenübergreifendes Festival der Künste mit einem Schwerpunkt beim Musiktheater.

In diesem Jahr werden rund 150 Veranstaltungen präsentiert, darunter Musiktheater, Schauspiel und Konzerte. Spielorte sind unter anderem die Jahrhunderthalle in Bochum, die Zeche Zollverein in Essen und eine Maschinenhalle in Gladbeck. Voriges Jahr kamen 62.000 Besucher.

(APA/dpa)