Horst Seehofer verlässt Twitter: "Flach, gehässig und bösartig"

Horst Seehofer
Horst Seehoferimago images / IPON

Er „möchte nicht Teil einer solchen Community sein“, sagt der deutsche Innenminister.

Zwei Tweets, 10.400 Folower ist mit heute der Stand auf Horst Seefofers Twitter-Profil. Nicht ganz ein Jahr war er auf Twitter, nun hat der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) dem Netzwerk schon wieder den Rücken zugekehrt. Die Kommentare seien "flach, gehässig und bösartig". Er wolle "nicht Teil von so einer Community sein".

In seinem Ministerium gebe es ein Social-Media-Referat, die machen das sehr seriös, sagte Seehofer am Donnerstag im Interview dem in Ingolstadt erscheinenden "Donaukurier". "Gelegentlich schaue ich mir dann an, wie das kommentiert wird, und was ich da lese, ist oft dermaßen platt und flach, gehässig und bösartig - nein, von so einer Community möchte ich nicht Teil sein."

Vor rund einem Jahr hatte Seehofer angekündigt, "wahrscheinlich Ende August (2018)" selbst Twittern zu wollen: "Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil manche Wahrheiten ich sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte er damals zur Erklärung. Oft machte er aber davon nicht gebrauch - nur zwei Mal twittere er überhaupt - einmal zu seinem Rücktritt als CSU-Chef und einmal, um Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl zur CDU-Chefin zu gratulieren.

„Man muss Gesetze kompliziert machen. Dann fällt es nicht so auf."

Beliebt war Seehofer auf Twitter nicht, Anfang Juni handelte er sich aber besonders viel Kritik ein. Es ging dabei um einen Video-Ausschnitt, der einige Aufmerksamkeit bekam: In einer ARD-Sendung hatte er zu seinem umstrittenen „Datenaustauschgesetz“ gesagt: „Das Gesetz nennt man Datenaustauschgesetz. Ganz stillschweigend eingebracht. Wahrscheinlich deshalb stillschweigend, weil es kompliziert ist, das erregt nicht so. Ich hab‘ jetzt die Erfahrung gemacht in den letzten 15 Monaten: Man muss Gesetze kompliziert machen. Dann fällt es nicht so auf. Wir machen nichts Illegales, wir machen Notwendiges. Aber auch Notwendiges wird ja oft unzulässig in Frage gestellt.“

Die Reaktionen waren eindeutig: