Leben

Aus dem Leben einer Tänzerin: "Ich bereue keine Sekunde"

Arabesque unter der U-Bahn: Stefanie Eisl zeigt eine klassische Pose in untypischer Umgebung. Das Leben als Profitänzerin hat sie einiges gekostet.
Arabesque unter der U-Bahn: Stefanie Eisl zeigt eine klassische Pose in untypischer Umgebung. Das Leben als Profitänzerin hat sie einiges gekostet.(c) Clemens Fabry

Beinhart, stark umworben und von kurzer Dauer: Die Tänzerin Stefanie Eisl erzählt über die Flüchtigkeit einer elitären Disziplin – und darüber, wie sie sich von ihr trennte.

Eine schöne Bewegung ist es, die sie zum Weinen bringt. Stefanie Eisl friert in einer Improvisation ein, versteckt das Gesicht in den schalenförmigen Handflächen, unterbricht eine ihrer letzten Tanzstunden. Von der Emotion ist die zeitgenössische Tänzerin selbst überrascht. Es war nicht die krampfende Hüfte, nicht das verstellte Sprunggelenk und auch kein Knie, das auf stur schalten wollte – sondern das Herz. Vorauseilender Trennungsschmerz.

Begonnen hat ihre Geschichte ganz klassisch, also früh. Inspiriert durch die Tanzkurse ihrer Mutter kam sie mit fünf Jahren zum Ballett, aus eigenem Willen, wie sie betont. Fünf Jahre danach kamen Spitzenschuhe ins Spiel, dann Bodenturnen, Flamenco, Jazz Dance, viel später auch Tai-Chi. Eisl hat einiges probiert. Beim Tanzen aber hat ihr die Herausforderung gefallen. Ballett ist eine schwere Disziplin. „Die Willensstärke, Koordination, Kraft und Gelenkigkeit, die man dazu braucht, haben mich schon als Kind fasziniert“, sagt sie. Beim Turnen hat sie ähnlich empfunden, „man muss den Überschlag tausend Mal probieren, bis er endlich klappt, ästhetisch aussieht und in einen Bewegungsfluss passt“.