Komarek

Airbnb für Ateliers

Galerien kooperieren und tauschen aus ökonomischen Gründen schon länger ihre Räumlichkeiten. Jetzt folgen die Künstler mit Websites für den Studiotausch.

Will man als Künstler über die Grenze der Heimat hinaus reüssieren, braucht es internationale Präsenz. Für Galerien bedeutet das die Teilnahme an internationalen Messen und Ausstellungen. Doch das Ausstellen auf Messen ist mit hohen Kosten verbunden, und auch Galerieräumlichkeiten in wichtigen Kunstmetropolen wie London, Paris oder New York sind kein Schnäppchen. Für kleinere Galerien oder Galerien mit junger Kunst sind solche Ausgaben oft schwer zu stemmen. Aus dieser Situation heraus entwickelten sich in den vergangenen Jahren immer wieder neue Marktmodelle, bei denen, ähnlich wie bei Airbnb, Galerieräumlichkeiten vermietet, geteilt oder getauscht werden. Dafür gibt es bereits zahlreiche Plattformen.

Ateliertausch. Auch für Künstler sind Auslandsaufenthalte ein wichtiger Teil ihrer Karriere. Nicht umsonst gibt es zahlreiche geförderte Artists-in-Residence-Programme. In Österreich vergibt etwa das Bundeskanzleramt in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Kultur-Kontakt jährlich 50 Residence-Stipendien in Wien und Salzburg. Doch die Konkurrenz ist groß unter Künstlern, und viele müssen sich ihren Auslandsaufenthalt selbst organisieren und bezahlen. Dieses Problem hatte auch der finnische Künstler Timo Wright. So gründete er im Frühjahr gemeinsam mit der Kuratorin Anni Fahler die Internetplattform Artist Residency Swap, die es Künstlern ermöglicht, ihre Ateliers online zum Tausch anzubieten. Neben der reinen Ateliersuche bietet die Plattform auch die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zwischen Künstlern und deren lokalen Netzwerken. Bisher ist die Plattform für Künstler gratis. Die Gründer haben Sponsoren gefunden.