26 Millionen Euro Abfertigung für drei Deutsche-Bank-Vorstände

Die Abfertigungen für die Ex-Vorstände lösen Kritik aus.Frank Strauß und Garth Ritchie
Die Abfertigungen für die Ex-Vorstände lösen Kritik aus.Frank Strauß und Garth Ritchieimago images / Future Image

Die millionenschweren Abfertigungen werden als "goldene Fallschirme für die erfolglosen Manager" beklagt.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte am Sonntag eine umfassende Neuaufstellung des Konzerns beschlossen. Vorgesehen ist dabei auch der Rückzug aus dem weltweiten Aktienhandel. Im Zuge dessen sollen bis 2022 rund 18.000 Stellen wegfallen - bereits am Montag erhielten die ersten betroffenen Mitarbeiter ihre Kündigungen.

Den Konzern verlassen auch drei Vorstandsmitglieder: Der Chef der Unternehmens- und Investmentbank, Garth Ritchie, die für Regulierung zuständige Sylvie Matherat und der bisherige Chef der Privat- und Firmenkundenbank, Frank Strauß. Dem "Handelsblatt" zufolge erhalten die drei insgesamt 26 Mio. Euro.

Die Regeln der Deutschen Bank für vorzeitig ausscheidende Vorstände besagen laut dem Geschäftsbericht des Unternehmens, dass die Abfertigung "in der Regel zwei Jahresvergütungen" beträgt und sich "auf die Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages beschränkt".

„Win-win-Angelegenheit"

Laut "Handelsblatt" geht es hierbei um die gesamten Leistungen bei einem vorzeitigen Ausscheiden - also um Abfertigung und die sogenannte Karenzentschädigung für die Zeit, in der es nicht gestattet ist, bei einem Wettbewerber anzuheuern.

Auf Basis dieser Regeln stehe Ritchie eine Zahlung von rund elf Mio. Euro zu, Matherat käme auf rund neun Mio. Euro und Strauß wegen der geringen Restlaufzeit seines Vertrags auf rund sechs Mio. Euro, schrieb die Zeitung. Die Bank wollte die Zahlen demnach nicht kommentieren.

Scharfe Kritik lösten die Abfertigungen bei der Bürgerbewegung Finanzwende aus. Dass der Umbauplan mit millionenschweren Abfertigungen einhergehe, sei "absolut unangemessen", erklärte Finanzwende-Vorstand Gerhard Schick am Mittwoch. Die Verträge seien eine "Win-win-Angelegenheit für die Manager: Wenn es gut läuft, verdienen sie Millionen und wenn es schlecht läuft, auch", kristisierte Schick.

 

(APA/AFP)