Schnellauswahl

Rechenfehler

Die grüne Mark hat es seit Jahr und Tag verstanden, sich als preiswertes Urlaubsland zu vermarkten, mit intakter grüner Lunge, mit kulinarischer Einzigartigkeit. Und politisch hat das wilde Bergvolk hinter dem Semmering immer darauf geachtet, von Wien nicht gegängelt zu werden.

Also entschlossen sich die Akteure der beiden größeren Parteien vor Jahren zu einer „Reformpartnerschaft“. Die Landtagswahlen haben sie zwar gemeinsam verloren, aber dafür eine Zusammenlegung von Gemeinden und Bezirken durchgeboxt. Wie haben wir sie 2013 bewundert, diese knorrig-unbeugsamen Burschen Schützenhöfer und Voves! Gegen alle Widerstände, Stammtische, Bürgerinitiativen und Petitionen . . .!

Irgendwann freilich wird evaluiert und abgerechnet. Und siehe da – die so heftig umkämpften Gemeindefusionen waren ein totaler Vollholler. Das Joanneum wahrsagte eine Einsparung von 41 Mio. Euro. Ja, Schnecken: In 97 Prozent aller Fusionsgemeinden (von 542 auf 287) ist heute die Verwaltung teurer als zuvor. Und zwar gleich um zwölf Prozentpunkte! Ein Trost bleibt dem „Schützi“ und seinem längst ins Private abgetauchten Spezl Voves: Jene Gemeinden, die von dieser tollen Politik verschont blieben, bringen durch Sparen ein bissl was von dem wieder herein, was weiß-grüne Provinzpolitiker da berechnet haben. (hws)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2019)