US-Förderung führt laut Opec zu Öl-Überproduktion

Weitere Förderkürzung durch Opec+ könnte notwendig werden.

Wien. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) befürchtet trotz der kürzlich verlängerten Förderbegrenzung eine zu hohe Ölmenge auf dem Weltmarkt. Als Ursache wird die zunehmende Fördermenge in den USA durch die umstrittene Fracking-Technik genannt.

Vor diesem Hintergrund geht das Ölkartell davon aus, dass die Mitgliedstaaten mehr Öl fördern werden, als auf dem Weltmarkt benötigt wird, wie aus einem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Bericht der Opec hervorgeht.

Im kommenden Jahr werde das Ölkartell etwa eine halbe Million Barrel (ein Barrel = 159 Liter) pro Tag zu viel fördern, hieß es weiter. Wie aus dem Bericht zudem hervorgeht, steige das Angebot an Rohöl aus Förderländern außerhalb der Opec zu stark. Deshalb könnte eine weitere Förderkürzung durch die Opec und die in der Opec+ zusammengefassten verbündeten Ölstaaten, darunter Russland, nötig werden, so die Opec-Experten.

 

Ölpreis reagiert auf Bericht nicht

Das Ölkartell stellt derzeit etwa 40 Prozent der weltweiten Förderung. Anfang Juli hatte sich die Opec mit den kooperierenden Staaten auf eine Verlängerung des Förderlimits um weitere neun Monate verständigt. Die 14 Opec-Staaten und die zehn Nicht-Opec-Länder einigten sich, die seit Dezember 2018 geltenden Produktionsquoten beizubehalten.

Die Ölpreise reagierten auf die Veröffentlichung des Opec-Berichts am Donnerstag nicht und konnten weiter zulegen. Zuletzt waren sie durch die Spannungen rund um den Iran, durch überraschend stark gefallene US-Rohöllagerbestände und durch Produktionsrückgang in Russland getrieben worden. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2019)