Schnellauswahl

Netflix schneidet umstrittene Szene aus „13 Reasons Why“

Protagonistin Hannah (gespielt von Katherine Langford).
Protagonistin Hannah (gespielt von Katherine Langford).(c) Beth Dubber/Netflix (Beth Dubber/Netflix)

Das Ende des Lebens von Hannah Baker wurde in der Serie in qualvollen Details gezeigt. Nach zweijähriger Kritik und Suizid-Studien reagierte Netflix nun doch.

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ („13 Reasons Why“) anlief. Von Anfang an wurde sie von starker Kritik begleitet - und der Forderung, die Serie abzusetzen oder zumindest zu überarbeiten. Die Frage, um die alles kreiste: „Darf man Suizid so zeigen?“ Also: So detailliert, so alternativlos, so offen? Denn erzählt wird die (fiktive) Geschichte der 17-jährigen Schülerin Hannah Baker, die Suizid begangen hat.

Im Mai dieses Jahres zeigte eine Studie, dass tatsächlich nach der Ausstrahlung der Serie die Suizide unter Kindern und Jugendlichen in den USA signifikant stiegen. Binnen drei Monaten war bei der Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen ein Anstieg von 13 Prozent nachzuweisen, das waren 94 Suizide mehr. Der Anstieg war ausschließlich in der Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen zu bemerken. Und: Betroffen waren überproportional mehr Mädchen als Buben.

Ist diese Studie der Grund für die Überarbeitung? Netflix hat nun jedenfalls die besonders kontroverse Szene aus der ersten Staffel der Serie entfernt, in der der Suizid der Protagonistin gezeigt wird. Bei der Vorbereitung auf den Start der dritten Staffel habe man die Debatte über die Serie aufmerksam verfolgt. Basierend auf Ratschlägen von medizinischen Fachleuten wurde entschieden, die Szene zu bearbeiten, in der sich das Mädchen das Leben nimmt, teilte Netflix am Dienstag via Twitter mit. In der bearbeiteten Fassung ist Hannah zu sehen, wie sie in den Spiegel schaut, ehe die Reaktion ihrer Eltern auf die Geschehnisse zu sehen ist.

Hilfe bei Suizidgefahr

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Nummer: 142.

www.suizid-praevention.gv.at

(rovi)