Die heimischen Assekuranzen benötigen rund 500 Mitarbeiter, vor allem in der Kundenberatung. Bereits vor einigen Jahren starteten die heimischen Versicherungen eine große Personalinitiative.
Wien(nst). In einigen Branchen wird Personal abgebaut. In anderen wird noch welches gesucht – etwa in der österreichischen Versicherungsindustrie. Wie der Versicherungsverband am Dienstag mitteilte, sind die Assekuranzen im heurigen Jahr auf der Suche nach mehreren hundert Mitarbeitern. Sprecherin Daniela Ebeert präzisiert: Es gäbe rund 500 offene Stellen zu besetzen, vor allem in der Kundenberatung. Der größte Teil des Personals wird in Wien gesucht. „Der Beruf ist allerdings nicht für jeden geeignet“, sagt Ebeert. Produkte erklären und verkaufen sei eine Herausforderung.
Bereits vor einigen Jahren starteten die heimischen Versicherungen eine große Personalinitiative. Damals waren die Betriebe auf der Suche nach 3000 Mitarbeitern. Die Offensive der Assekuranzen sei jedoch nicht darauf zurückzuführen gewesen, dass die Unternehmen derart viel Personal abgebaut hätten, sagt Ebeert. „Aber natürlich hat es Abgänge gegeben.“ Etwa im Innendienst. Gewisse Strukturen seien im Laufe der Zeit einfach nicht mehr gebraucht worden.
Zudem hätten die Versicherer erkannt, dass der Ausbau von Vertriebskanälen notwendig sei. Sie hätten daher angefangen, sukzessive mehr Mitarbeiter im Außendienst aufzunehmen, sagt Ebeert.
Dennoch: Die Versicherungen haben in der Vergangenheit einige Sparprogramme aufgelegt. So will die Vienna Insurance Group bis Ende dieses Jahres in Summe etwa 40 Mio. Euro eingespart haben. Bei der Uniqa werden es heuer rund 30 Mio. Euro sein. Auch die Generali will die Sach- und Personalkosten in den nächsten Jahren um 15 Mio. Euro reduzieren, wenngleich die Einsparungen eher das Management betreffen. Für Österreichs Assekuranzen arbeiteten im Vorjahr 26.732 Personen, um 185 mehr als 2008.
Prämien sollen wachsen
Leicht verbessert hat sich auch die Prognose für das laufende Jahr. So sollen die Prämieneinnahmen heuer nicht um 0,1 Prozent, sondern um 0,8 Prozent wachsen. 2009 lagen die Einnahmen bei 16,4 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 1,3 Prozent gegenüber 2008. Zuwächse verbuchten die Bereiche Lebens-, Kranken-, und Schaden/Unfallversicherung.
Auch die Versicherungsleistungen erhöhten sich. Und zwar um 5,4 Prozent auf rund 12,2 Mrd. Euro. Sturmschäden schlugen sich dabei mit 574 Mio. Euro zu Buche.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2010)