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ÖVP schwächt "Nein" zu Kickl ab

Kickl/Wöginger
Kickl/WögingerAPA/ROLAND SCHLAGER
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ÖVP-Klubobmann Wöginger will eine Regierung mit dem Freiheitlichen Kickl als Minister nicht ausschließen. Er schließe sich aber Präsident Van der Bellen an, der Kickl nicht mehr als Innenminister angeloben will.

ÖVP-Klubobmann August Wöginger wollte die Aussage von Wiens VP-Chef Gernot Blümel, wonach sich die Fortsetzung von Türkis-Blau mit Ex-FPÖ-Innenminister Herbert Kickl "einfach nicht ausgeht", am Donnerstag nicht in dieser Schärfe wiederholen. Auf die Frage, ob er eine Koalition mit Kickl ausschließen könne, meinte er, dass zunächst das Wahlergebnis abgewartet werden müsse.

Jetzt seien einmal die Wähler am Wort: "Wir wollen jedenfalls als Volkspartei so stark werden, dass an uns vorbei keine andere Koalition gegründet werden kann." Gleichzeitig verwies der ÖVP-Klubobmann auf Bundespräsident Van der Bellen, der eine neuerliche Angelobung Kickls als Innenminister ablehnt: "Dem schließen wir uns an." Auf die Frage, ob Kickl in anderer Funktion Teil einer etwaigen Koalition sein könnte, sagte Wöginger: "Wir sind offen, das ist keine Frage".

Hofer "freundlich und zugänglich"

Den designierten FPÖ-Chef Norbert Hofer bezeichnete Wöginger als "freundlich und zugänglich". Kickl hingegen schmiede eine rot-blaue Allianz gegen die Volkspartei - als Beispiele nannte Wöginger die Abwahl der Bundesregierung, die Festlegung beim Wahltermin auf den 29. September sowie das Parteienfinanzierungsgesetz.

Auch Hofer will offenbar den Verhandlungsspielraum mit der ÖVP nicht schon vor der Wahl zu sehr einengen: Gegenüber der Tageszeitung "Österreich" (Donnerstag-Ausgabe) meinte er auf die Frage nach dem "Nein zu Kickl" seitens der ÖVP: "Als Verhandler werde ich schon einige Dinge zustande bringen. Aber das Ganze wurde doch nur von Strategen aufgesetzt, um eine Debatte zu führen, wer wo Minister wird. Dabei ist das viel zu früh. Wenn wir eine Koalition haben, dann ist klar, dass über die Personen am Schluss gesprochen wird." Er werde aber auch "nicht akzeptieren, dass man von vornherein sagt, dass eine Person überhaupt nicht infrage kommt", so Hofer.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“, ein "Nein zu Kickl" wäre für seine Partei "eine Hürde, die nicht zu nehmen ist“.

(APA)